Was bedeutet dieser Satz?
"Die Verwendung technischer Optimierung ist nichts anderes als die Fortsetzung des Werkzeuggebrauchs, der schon immer dem Menschen gehörte."
Gibt es keinen Unterschied zu inneren (Organe) und äußeren Werkzeugen?
3 Antworten
Der von dir zur Diskussion gestellte Satz wurde aus dem Zusammenhang gerissen. Du hast noch einmal ein Stichwort eingeworfen: "Human Enhancement". Hierüber kann man sich z.B. im folgenden Artikel informieren:
Human Enhancement • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon
Ich zitiere: "Human Enhancement dient der Erweiterung der menschlichen Möglichkeiten und der Steigerung menschlicher Leistungsfähigkeit, letztlich also – aus Sicht der Betroffenen und Anhänger – der Verbesserung und Optimierung des Menschen. Ausgangspunkt sind kranke oder gesunde Menschen, die mit Wirkstoffen, Hilfsmitteln und Körperteilen versorgt und mit Technologien verbunden werden."
Der menschliche Körper wird also mit Optimierungen oder Erweiterungen ausgestattet, so dass er mehr kann als im ursprünglichen Zustand oder höhere Leistungen erzielt. Bestehende Disziplinen und Verfahren sind Schönheitschirurgie, Doping, Prothetik, Implantation und Transplantation.
Werkzeuggebrauch ist übrigens nicht exklusiv den Menschen vorbehalten. Es gibt verschiedene Tierarten, die Werkzeuge wie Steine oder Stöcke verwenden, um besser an ihr Ziel zu kommen (z.B. um Nüsse zu knacken oder Termiten zu angeln). Wenn dabei z.B. ein Ast entblättert und auf optimale Länge gekürzt wird, ist das eine Art Werkzeugbau.
Aber nur Menschen haben den Werkzeugbau und -gebrauch in großem Ausmaß gesteigert und verfeinert.
Und jetzt wolltest du wissen, ob es zwischen "Human Enhancement" und schnödem klassischen Werkzeuggebrauch einen prinzipiellen Unterschied gibt bzw. zwischen "Human Enhancement"-Körperteilen und natürlichen Körperteilen.
Je nachdem, was genau man betrachtet, gibt es den einen oder anderen Unterschied, und das kann man am jeweiligen Beispiel herausarbeiten.
Klassische Werkzeuge kann man in die Hand nehmen, ein paar Minuten damit arbeiten, dann wieder weglegen, und jemand anders greift sich das Werkzeug, um es zu benutzen. Dagegen sind Prothesen auf den jeweiligen Nutzer angepasst und mehr oder weniger dauerhaft mit ihm verbunden. Sie ersetzen ein natürliches Körperteil, weil dies, z.B. wegen einer medizinisch notwendigen Amputation, nicht mehr vorhanden ist oder wegen einer Missbildung nie vorhanden war.
Man kann auch Prothesen bauen, die viel stärker sind als die ursprünglichen menschlichen Körperteile. So könnte vielleicht ein beinamputierter Weitspringer mit seiner Prothese weiter springen als ein nicht-behinderter Weitspringer mit seinen ursprünglichen Beinen und ohne Hilfsmittel.
Das Prinzip sowohl von Organ (z.B. Hand), Werkzeug (z.B. Schraubenschlüssel) und Human Enhancement (z.B. Exoskelett) ist dasselbe: Mit diesem "Ding" kann man Arbeiten besser, schneller oder auch überhaupt erst erledigen als ohne dieses "Ding".
Unterschiede liegen darin, inwieweit das "Ding" mit einem einzelnen Menschen verschmolzen, verbunden und auf ihn angepasst ist, inwieweit man es von außen überhaupt wahrnimmt und inwieweit man es herumreichen kann.
Auch unterscheidet man zwischen Optimierungen, die nur Defizite ganz oder teilweise ausgleichen, und solchen, die die üblichen Möglichkeiten menschlicher Körper auf ein neues Niveau steigern.
In welchem Zusammenhang?
Der Satz bedeutet, dass da jemand Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte. Der Werkzeuggebrauch gehörte nicht DEM Menschen, wohl aber ZUM Menschen.
Hier scheint jemand die Optimierung von Menschen mit der Optimierung von Werkzeugen gleichsetzen zu wollen. Naja...
Gruß, earnest