Trotz Tod der Mutter nicht traurig?
Hallo
ich habe grad so ein bisschen über Gott und die Welt nachgedacht und bin auf die Zeit in meinem Leben gekommen, in der meine Mutter gestorben ist. Meine Mutter hatte schon jahrelang Krebs und hat ihn sogar auf mich bei meiner Geburt übertragen. Sie wäre sogar fast an meinem 5. Geburtstag gestorben, hat es dann aber doch noch geschafft, aber das hab ich in dem Alter natürlich nicht mitbekommen.
wegen der Chemotheraphie fielen ihr alle Haare aus, sodass sie eine Perücke tragen musste. Am 8.7.11 war es dann doch soweit: Sie ist in ihrem bett zuhause gestorben. Meine Tante war währendessen bei ihr und konnte sie begleiten. Als ich dann ins Zimmer kam, habe ich 5 Minuten geweint aber auf der skala von 1-10 war das eher eine 5-6. Zum vergleich dazu habe ich mindestens eine 11 geweint, als meine Katze gestorben war.
Auch noch Monate und Jahre danach konnte ich mich immer gut mit dem Tod meiner Mutter abfinden. An ihrer Beerdigung war ich eher fröhlich als traurig. Ich hatte sogar ein grünes Sommerkleid mit gelben Schmetterlingen an (ich war auch die einzige)
Ist das normal, dass mir meine Katze wichtiger ist als meine Mutter?!
4 Antworten
Jeder Mensch trauert anders. Der eine heult sich die Augen aus, der andere wird still, und beim dritten bemerkt man von außen nichts. Manchmal dauert es auch etwas, mitunter Jahre.
Hallo Karamellfreak,
wenn ich richtig gerechnet habe, dann warst Du erst neun Jahre alt, als Deine Mutter gestorben ist. In diesem Alter haben die meisten Kinder noch keine richtige Vorstellung vom Tod.
Deine Mutter war krank, so lange Du Dich erinnern konntest. Deshalb war es auch eine gewisse Erleichterung, daß Du nicht mehr ständig Rücksicht nehmen musstest.
Heute würdest Du vielleicht anders reagieren, aufgrund der Erfahrungen, die Du inzwischen gemacht hast.
Wenn ein Mensch nach langer Krankheit stirbt, ist es eine Erlösung, für ihn selbst, aber auch für seine Angehören.
Beim Tod Deiner Katze hast Du erstmals richtig realisiert, daß Tod ein Abschied für immer ist. In den Tränen für Deine Katze ist auch noch Trauer für Deine Mutter enthalten.
Dein Verhalten ist in Ordnung, damals wie heute.
Zum Thema Krebs: Der Arzt hat Dir eine erbliche Disposition für den Krebs bescheinigt. Das bedeutet, Du hast ein höheres Risiko als der Bevölkerungsdurchschnitt und solltest Dich deshalb regelmäßig untersuchen lassen.
Es heißt nicht, daß der Krebs tatsächlich ausbricht und Du auch daran stirbst.
Angelina Jolie hat sich vorsorglich Brüste und Eierstöcke amputieren lassen, nachdem ihre Familienplanung abgeschlossen war. Sie war zu diesem Zeitpunkt nicht krank, aber andere Frauen in ihrer Familie waren schon an Brustkrebs gestorben.
Jetzt ist ihr Krebsrisiko bei Null Prozent für diese Krebsarten und sie sieht nach wie vor attraktiv aus.
Alles Gute für Dich,
Giwalato
Naja vielleicht kann man es so sehen, dass du viel Zeit hattest, um dich an den Gedanken zu gewöhnen, dass deine Mutter bald nicht mehr da sein wird. Außerdem könnte man es auch so sehen, dass deine Mutter mit ihren Tod von ihren Schmerzen befreit wurde und nicht mehr durch die ganzen Chemos etc gehen musste...?
Das ist bei jedem anders.
Du hast deine Mutter nur krank gekannt und sie leiden sehen über einen langen Zeitraum. Da ist man dann zum Teil unbewusst erleichtert.
Zu seinem Haustier hat man auch eine sehr tiefe Bindung. Da fließen dann auch die Tränen.
:)