Sich als Sandwichkind benachteiligt fühlen?
Hey Leute,
Ich wollte einfach mal wissen ob es hier weitere "Sandwichkinder" gibt, die sich ähnlich fühlen wie ich.
Oder die ältesten/jüngsten von drei Kindern die mir sagen können wie es für sie wirkt.
Ich bin die mittlere von drei mädchen (17,14,10), zu meiner kleinen Schwester habe ich seit sie geboren ist eine starke Bindung und ein sehr gutes Verhältnis (natürlich gibts mal Streit aber selbst wenn ich dann wütend auf sie bin weiß ich noch wie sehr ich sie liebe.) naja und meine große Schwester und ich haben ein extrem schlechtes Verhältnis, schon immer. Es gibt selten Momente in denen wir uns gut verstehen.
Naja auf jedenfall fühle ich mich extrem benachteiligt. Nicht was Geld oder materielles angeht sondern die Anerkennung.
Ich stand schon immer im Schatten von meiner großen ach so tollen, begabten und alleskönnender Schwester. Und nicht weil ich mich selber verstecke oder nicht "präsentieren" will sondern weil sie sich vor mich stellt.
Und meine kleine Schwester war schon immer das supersüße und unschuldige Nesthäkchen, das von allen geliebt werden muss und wird es auch immer bleiben.
Naja und auch wenn sie nichts dafürkönnen (zumindest die Kleine, die Große stellt sich beabsichtig vor mich) verletzt es mich. Ich möchte auch auf Familienfeiern etwas von mir mitteilen und erzählen, was ich erreicht habe. Aber das interessiert keinen. Ich interessiere keinen. Es geht immer nur um die tolle große Thronfolgerin und "ach jetzt will sie Astrologie studieren na die ist ja ein Genie und die Kleine ach gott ist die groß geworden, aber noch immer so lieblich. Ach die hat vor kurzem nen Mückenstich gehabt? MENSCH erzähl mir mehr..."
es kotzt mich so an
2 Antworten
Bin selbst Sandwichkind und mir ging es damald genauso. Mein älterer Bruder ist 25, ich mittlerweile 20 und meine kleine Schwester ist 15.
Bei Familienfeiern habe ich immer nur gehört, wie von meinen Geschwistern geschwärmt wird - ich war da immer egal. Gesprächsthema war ich selten.
Irgendwann ist mir aufgefallen, dass es einfach nur an meiner Art liegt. Ich habe wenig von mir erzählt und saß bei Familienfeiern dann halt teilnahmslos da. Nicht gerade einladent für ein Gespräch. Ich war auch immer eher Introviertiert, meine Geschwister das Gegenteil.
Ich habe dann an der Bindung zu meinen Eltern gearbeitet, mehr von mir erzählt. Meine Ziele und Träume. Plötzlich hieß es bei Familientreffen nicht mehr nur „Ah die kleine will Fotografin werden, wie toll!“ sondern meine Eltern haben dann halt auch erzählt, was ich machen will. Weil ich es ihnen erzählt habe und sie diese Info weitergeben können.
Zusammengefasst gesagt, solltest du versuchen dich mehr einzubringen. Ich kenne deinen Charakter nicht, aber als Sandwichkind fühlt man sich immer irgendwie ausgestoßen. Und das strahlt man dann halt auch aus und wir oft als Desinteresse gedeutet.
Da ich ein Einzelkind bin, kann ich nicht von mir selbst berichten. Allerdings habe ich selbst 3 Kinder und auch da gab es manche Unstimmigkeiten.
Mein Sohn hat sich durchgesetzt, was er wohl musste bei 2 Schwestern. Meine 1. Tochter, also mittleres Kind, war immer sehr ruhig und musste manches einstecken, da sie von einigen anderen nicht beachtet wurde. Da musste ich immer mal wieder nachhelfen, dass sie gehört wurde.
Die kleine Tochter wurde zwar nicht als süß eingestuft, sie hat sich aber immer selbst Gehör verschafft. Sie war immer die lebhafteste von meinen Kindern.