Ist unser bildungssystem schlecht oder altmodisch?

12 Antworten

tja. das ist halt Sch***. Man lernt auswendig, aber nichts richtig. Und später auf der Uni wundert man sich, warum man nicht mitkommt, weil man nämlich nie gelernt hat, wie man lernt.

Ich weiß noch, als ich Vordiplomprüfung hatte. Mündlich. Der Prof für das Fach "Allgemeine Psychologie" war gefürchtet für seine gnadenlos hohe Durchfallquote. Und wenn ihm jemand etwas Auswendiggelerntes daher plapperte, kam von ihm unweigerlich ein genervtes und gelangweiltes: "Ja, ja das steht da und da....gähn. Erklären Sie, was Sie verstanden haben." Oh weiah...

Legendär war seine Frage: "Was ist Ganzheit?" Und wenn der/die Prüfling dann treuherzig sagte: "Ganzheit ist mehr als die Summe seiner Teile", wurde er oder sie danach gnadenlos auf 5 geprüft.

Beim Lernen kommt es darauf an, dass man versteht, was man lernt. Dann vergisst man es auch nicht so schnell, bzw es ist rel. schnell wieder reproduzierbar.

Na ja, ich habe Mathe immer gehasst, aber im Studienfach Psychologie ist Mathe wichtig. Bei meinem Hauptdiplom/Master gab es ein Prüfungsfach "Testtheorie", das fast nur aus Mathe besteht. Ein Teil davon war die sog. Faktorenanalyse. Ätz. Die hatte ich nie verstanden, interessierte mich auch nicht, da ich ja nie vorhatte, selbst einen Test zu entwickeln. Für die Prüfung brauchte ich das Wissen halt. So habe ich dann in der Tat das ganze Kapitel auswendig gelernt. Wie ein Gedicht.

Und in der mündlichen Prüfung kam ich dann prompt auch damit dran. Es war Gott sei Dank ein anderer Prof als der oben Beschriebene. Ich kramte also meine ganze Schauspielkunst zusammen und rezitierte das "Gedicht." Damit er aber nur ja nicht auf die Idee kommen sollte, tiefer nachzufragen, baute ich Versprecher ein und Kunstpausen, die ihm signalisieren sollten: "Ich habe das nicht auswendig gelernt, sondern VERSTANDEN:" Er fiel darauf rein und war entzückt. Glatt 1. Aber ich hatte die Faktorenanalyse vorher nicht verstanden und hinterher sofort wieder aus meinem Gedächtnis verbannt.


XmmX12 
Beitragsersteller
 04.02.2025, 14:33

Universität ist doch genau das selbe, ich kenne auch viele die ihr master gemacht haben und vieles zeug nicht mehr können aber naja so ist es halt, ist ja wie auto Führerschein

Du hast absolut recht. Unser Schulsystem fördert vor allem kurzfristiges Auswendiglernen, anstatt langfristiges Verständnis aufzubauen. Viele Schüler lernen nur für die Prüfung, weil der Stoff danach kaum noch eine Rolle spielt. Das zeigt, dass der Unterricht oft zu theoretisch und wenig praxisnah ist. Stattdessen bräuchte es mehr Wiederholungen, praktische Anwendungen und Methoden, die das Wissen nachhaltig verankern. Solange sich daran nichts ändert, bleibt das Lernen für viele nur ein Mittel zum Zweck – nämlich das Bestehen der Prüfungen, anstatt wirklich etwas für die Zukunft mitzunehmen.

Das deutsche Schulsystem stammt aus der preußischen Zeit und wurde entwickelt, um junge Männer für den Militärdienst vorzubereiten. Ausserdem: Sprichwort „Rockefeller“, der tüchtige Arbeiter brauchte. Es wurde nie aktualisiert oder überarbeitet, um den Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft gerecht zu werden. Stattdessen haben wir ein veraltetes System, das die Kreativität und die Individualität der Schüler unterdrückt und sie darauf trainiert, blind zu folgen.

Systemsprenger werden belächelt und nicht weiter gefördert. Die Schule schafft es, die spannendsten Themen auf das Auswendiglernen von ein paar unnützen Trivialfakten, mit denen man höchstens noch in Quizshows punkten kann, zu reduzieren

Oder anders:

Das deutsche Schulsystem ist wie eine Fabrik, die Menschen in Einzelteile zerlegt und sie auf eine bestimmte Art und Weise zusammenbaut, um sie in eine bestimmte Form zu pressen. Sie lernen, sich an Regeln zu halten, in einer Linie zu stehen, zu gehorchen und ihre Kreativität und Individualität abzuschalten. Alle müssen den gleichen Stand haben.

Kein Kind ist gleich! In der Schule wird es aber dazu gezwungen "gleich" zu sein.

Das ist leider schon so und gilt sogar noch fürs Studium. Oft zählt es nur, irgendwie durch die Klausur zu kommen und sich dann den nächsten Quark möglichst rasch ins Gehirn zu hämmern.
Genau darin sehe ich auch den Grund, dass viele Jugendliche in Mathe und/oder Englisch so schlecht sind. Denn der Stoff in diesen Fächern baut grundsätzlich auf-einander auf, da funktioniert dieses „Binge-Learning" nicht. Wer die Grammatik aus Kapitel 2 oder den Satz des Pythagoras wieder vergessen hat, bekommt ein halbes Jahr später in der Arbeit die Quittung, selbst wenn man den dann aktuell behandelten Stoff einigermaßen beherrscht.


XmmX12 
Beitragsersteller
 04.02.2025, 13:02

Satz des Pythagoras habe ich noch nie gebraucht auf der Arbeit, sogar generell rechnen nicht.

Aylamanolo  04.02.2025, 13:37
@XmmX12

nun. wenn man nur das lehrt, was wirklich gebraucht wird, kämen die Schüler vermutlich mit dem Lernstoff der 4. Klasse aus.

Allein das durch die ganzen vielen Schuljahre Hitlers Kriegszeit eine Thematik spielt, allein das sagt doch schon alles aus also wirklich, als wäre dieser Mensch hoch interessant, mir hat schon die Erkenntnis gereicht zu wissen das es so jemanden gab vor nicht all zu langer Zeit aber wie der Krieg von statten ging, jedes einzelne Detail damit habe ich nicht viel zu tun damit kann ich nicht viel anfangen… von guten Vorbildern ganz zu schweigen wird nie so wirklich intensiv etwas gelehrt, das ist schade.