Homeschooling Pflicht die Kamera einzuschalten?
Im Folgenden wird gedutzt.
Falls du ein Lehrer bist und davon betroffen bist - perfekt. Deine Meinung will ich hören.
Gestern habe ich zum ersten Mal bevorzugt meine Kamera auszulassen da ich deutlich zerberstet aussah und das hatte einen Grund. Also habe ich sie ausgelassen und das hat den ersten Stein der Reihe an Dominos bewegt - die restlichen Schüler haben sie auch aus gemacht. Alle introvertiert. Daraufhin hat sich der Lehrer vorerst nur bei mir beschwert, dass er das nicht akzeptieren werde und hat den Elan zum Unterrichten verloren.
Heute kam eine Mail der Schulleitung an die gesamte Schule "die Kameras haben an zu sein". Ich habe mich informiert. Davon abgesehen, dass es allgemein keine Gesetzeslage gibt mit genauen Erklärungen was außer der Anwesenheitspflicht einzuhalten ist. DIE SCHULE UND DIE LEHRKRÄFTE SOLLTEN DIE ENTSCHEIDUNG EINE KAMERA NICHT EINSCHALTEN ZU WOLLEN RESPEKTIEREN ist meine Meinung. Ich nehme an der Videokonferenz nicht teil wenn ich nicht vorhabe auch mit Konzentration mitzumachen, ich grabe mir selbst eine Grube wenn ich nicht aktiv mit mache. Was ist eure Meinung? Und wie kann ich bei der Schulleitung jetzt gut argumentieren ohne nachweisbaren Beleg darüber, dass es keine klaren Regelungen dafür gibt? Kann das jetzt jede Schule selbst für sich entscheiden oder wie?
Es geht mir hierbei nicht um Trotz. Sonst lasse ich sie auch an, trotzdem frustriert es mich und macht mich traurig, dass meiner Entscheidung so entgegengewirkt wird und nicht respektiert wird.
Danke.
36 Stimmen
8 Antworten
Ergibt sich ja aus den Teilen des GG die aktuell nicht von Beschränkungen umgeben sind.
Haha bei uns ist es genau anders rum. Wir dürfen bei manchen Lehrern keine kameras anmachen, ist verboten bei denen😂wenn wir sie anmachen kriegen wir Ärger. Manche Lehrer schalten sogar das mikro für alle aus, damit keiner was sagt
Im Schulunterricht sieht der Lehrer ja auch alle Schüler und Mimik, Gestik, Aufmerksamkeit sind eben ganz wichtige Punkte beim Unterrichten. Wenn man seine Schüler nicht sieht, dann kann man drastisch schlechter einschätzen, ob sie dem Unterricht aufmerksam folgen, ob die Fragen haben, ob sie wirklich mitmachen.
Homeschooling mit ausgeschalteter Kamera ergibt absolut keinen Sinn. Dann kann man es gleich ganz sein lassen. Eigentlich sollte es dafür eine glatte 6 für Nichtteilnahme geben.
Ohne Kamera können Schülern herumdödeln, nebenbei was spielen, unaufmerksam sein oder einfach überhaupt nicht dem Unterricht folgen. Das ergibt absolut keinen Sinn.
Ich empfinde das Ausschalten der Kamera als respektlos und als Leistungsverweigerung. Zur Leistung gehört eben auch, "da zu sein" -- und ohne Kamera kann man das nicht mal erkennen geschweige denn überprüfen.
Manche Schüler haben keine Kamera, wenn sie beispielsweise am PC sitzen.
Man könnte doch einen Kompromiss machen: Jeder Schüler zeigt sich am Anfang der Videokonferenz und darf danach selbst entscheiden, ob derjenige sich zeigt oder nicht. Das gilt natürlich nur für die Schüler, die eine Kamera haben (s.o.).
Das handhaben wir an meiner Schule genauso.
Es ist ganz einfach. Ein guter Lehrer bereitet sich gut vor und gibt sich Mühe, dass jeder Schüler die Ausführungen versteht. Ein guter Lehrer bereitet auch nicht nur das Nötigste vor, sondern deutlich mehr und verpackt es zusätzlich in mundgerechte Häppchen. Ein guter Lehrer, macht Kamera und Mikrofon an, damit er den Stoff möglichst gut erklären kann, so dass ihn eben auch alle verstehen.
Und dann erwartet ein guter Lehrer VÖLLIG ZURECHT, dass ihn die Schüler dabei ansehen und nicht die Kamera ausmachen, was a) respektlos ist und b) bedeutet, dass er nicht nachprüfen kann, ob ihm gerade aufmerksam zugesehen und zugehört wird oder, ob nebenbei Fortnite gespielt oder auf YouTube rumgehangen wird.
Stell dir vor, du hältst eine Präsentation vor der Klasse und plötzlich stellen sich alle Kinder eine Trennwand vor's Gesicht. Macht es dann noch Spaß zu präsentieren?
Leider ist es rechtlich kaum haltbar, euch dazu zu zwingen, die Kameras anzulassen. Also wird das eben anders gelöst. In dem Fall würde ich, wenn ich Lehrer wäre, nur noch das absolut Nötigste vorbereiten, was ich halt tun muss, um meinen Job zu behalten - und glaub mir, das ist verdammt wenig. Wünsche euch viel Spaß dabei.