Beziehungen der eigenen Kinder verbieten?

5 Antworten

Eltern dürfen Beziehungen ihrer minderjährigen Kindern nicht verbieten. Deutsche Gerichte entscheiden da gerne gegen die Eltern und füe die Beziehung der Kinder, wie in diesem brisanteren Fall: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/urteil-zum-kindeswohl-15-jaehrige-darf-liebesbeziehung-mit-30-jahre-aelterem-mann-fuehren-a-1119197.html

Auch aus meinem privaten Umfeld kenne ich einen solchen Fall, wo gegen die Eltern entschieden wurde.

Die Eltern haben allerdings Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder. Sie dürfen also entscheiden, wann sich die Kinder wo aufzuhalten haben.

Auch welchen Besuch Kinder empfangen dürfen, können die Eltern über das Hausrecht bestimmen.

Das darf aber alles nich dazu missbraucht werden, um Beziehungen der Kinder zu unterbinden.

Sollten Kinder mit Erziehungsmethoden der Eltern nicht einverstanden sein, gibt es für sie die Möglichkeit, sich ans Jugendamt und/oder Familiengericht zu wenden.


Libertinaerer  04.08.2023, 04:12
Die Eltern haben allerdings Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder.

Das ist richtig. Und ...

Sie dürfen also entscheiden, wann sich die Kinder wo aufzuhalten haben.

... das ist falsch.

Das Recht bezieht sich auf den Lebensmittelpunkt, also wo man lebt und wohnt, nicht wo man geht und steht.

Das darf aber alles nich dazu missbraucht werden, um Beziehungen der Kinder zu unterbinden.

Grundsätzlich korrekt. Das betrifft aber vor allem das hier wichtige Umgangsrecht (wird ständig mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht verwechselt).

Sprich: Die Eltern können verbieten, dass ihr "Kind" mit dem Partner zusammenzieht, aber sie können nicht verbieten, dass es mal (oder ggf. auch länger) bei ihm übernachtet (spätestens ab 16).

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Libertinaerer  23.05.2024, 12:43
@PixiTheBrave

Nein, ab 16.

"Ab 18" ergäbe es ja nun auch gar keinen Sinn.

Grundsätzlich bereits nicht mehr ab 14, aber der Gesetzgeber gibt den Eltern mit dem § 180 StGB bis 16 bewusst eine zusätzliche Kontroll- bzw. Einflussmöglichkeit (allerdings eine lückenhafte).

Grundsätzlich ab 14 deswegen, weil man ab 14 sexualmündig ist, und folglich über sein Sexual- wie auch Beziehungsleben grundsätzlich selbst bestimmt - ggf. auch gegen die Vorstellungen der Eltern.

YvonneM2508 hat dazu ja einen exemplarischen Fall in ihrer Antwort verlinkt, allerdings eben auch Aufenthaltsbestimmungsrecht mit dem Umgangsreccht verwechselt (ein extrem verbreiteter Irrtum), und außerdem (deswegen?) falsche Rückschlüsse gezogen bzw. Vermutungen angestellt.

Deswegen meine Korrektur.

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PixiTheBrave  23.05.2024, 12:49
@Libertinaerer

Sie wissen aber durchaus, dass Kinder U18=minderjährig sind? De jure UND de facto endet das Erziehungsrecht mit dem 18. Geburtstag des Kindes. Kind= 1. Person U14 und 2. direkter Nachkomme, altersunabhängig.

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PixiTheBrave  23.05.2024, 12:51
@PixiTheBrave

14 bedeutet, man bestimmt über sein Sexualleben selbst? Oh. Aus welcher Realität ist das genau?

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Libertinaerer  23.05.2024, 13:29
@PixiTheBrave

Tipp: Wenn Du dazu etwas lernen möchtest, lies dir den von YvonneM2508 verlinkten Fall durch. Und wenn Du wissen willst, warum das Recht die sexuelle Selbstbestimmung Jugendlicher auch vor ihren eigenen Eltern schützt, lies dir die Begründung des Gerichts auch noch durch - Aktenzeichen steht im Artikel und der letztinstanzliche Beschluss steht online.

Und wenn Du die Rechtslage verstanden und wohlwollend akzeptiert hast, DANN bist Du hoffentlich vielleicht ungefähr auf dem Niveau meiner Eltern. Die waren keine durchgeknallten Hippies sondern Jahrgang 1930, haben damals ihre Kinder selbstverständlich zur Selbstständigkeit erzogen - auch zur sexuellen Selbstständigkeit -, ohne dass dafür Gesetze nötig gewesen wären, die es ohnehin "erst" seit der Jahrtausendwende gibt, und genau das haben ihre Kinder dann mit ihren Enkelkindern auch so gemacht (und die werden es mit den Urenkeln hoffentlich auch so handhaben).

Keine Ahnung, wo Du da warum welche Probleme hast, aber ich bin froh, dass sie in meiner Familie niemand hatte und hat. 8-)

Aber es gibt halt auch arg durchgeknallte Eltern (Stichwort u.a.: "Das Schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität.", Prof. Bertrand Russell, Philosoph und Nobelpreisträger), und schon deswegen bin ich froh, dass der Staat das Erziehungsrecht reformiert und den Eltern deutliche Grenzen gesetzt hat.

PS: Und wenn Du schon dabei bist, dich ins aktuelle Erziehungsrecht einzuarbeiten, sei doch bitte so gut, und mach das auch gleich mal mit der Sexualpädagogik! Danke.

Da scheinen mir bei dir ebenfalls beträchtliche Defizite vorzuliegen ...

... getreu dem Motto: "Es wird immer Menschen geben, die mit Angst auf die Lebendigkeit des Sexuellen reagieren und ihre Angst in feindseliges Agieren ummünzen, in Unterstellungen und Diffamierungen, wie jetzt geschehen. Sehr häufig paart sich dies mit einem völligen Mangel an fachlichem Wissen." (Prof. Dr. Ulrike Schmauch, Sozialwissenschaftlerin, Sexualwissenschaftlerin und Sexualpädagogin)

In diesem Sinne!

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Njein.

Eltern dürfen auch 14 Jährigen noch so einiges verbieten. Zb dürfen sie bestimmen wann das Kind zu Hause zu sein hat und wen es nach Hause mitbringen darf.

Auch dürfen sie erlauben oder verbieten wen das Kind in dessen zu Hause besuchen darf und wen nicht.

Das alles regelt das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleine und das Hausrecht. Letzteres hat sogar noch mit Volljährigkeit des "Kindes" bestand. Wenn die Eltern keine Hausgäste in IHRER Wohnung möchte, dann ist das so.

Und wenn die Kinder dann meinen, irgendwo "auf der grünen Wiese" stattdessen Sex haben zu müssen, dann wäre das "Erregung öffentlichen Ärgernisses" und natürlich verboten. Da müssen die Eltern gar nichts dazu tun.


GutenTag2003  03.08.2023, 14:08
 dann wäre das "Erregung öffentlichen Ärgernisses" und natürlich verboten. 

Das bedeutet ja nicht, dass es grundsätzlich von anderen gesehen werden kann. Demzufolge kann Sex "auf der grünen Wiese" durchaus - ungeahndet - stattfinden.

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GutenTag2003  03.08.2023, 14:10
@MaryLynn87

Es ist nur dann ein öffentliches "Erregnis" wenn sich sich "Öffentlichkeit" daran erregt.

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MaryLynn87  03.08.2023, 14:11
@GutenTag2003

Eben. Daher ist es grundsätzlich nicht erlaubt in der Öffentlichkeit Sex zu haben

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GutenTag2003  03.08.2023, 14:11
@MaryLynn87

Die "Grüne Wiese" = öffentlich, das bedeutet nicht, dass man überall auf der "grünen Wiese" auch gesehen werden kann.

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Libertinaerer  04.08.2023, 04:19
@MaryLynn87
Daher ist es grundsätzlich nicht erlaubt in der Öffentlichkeit Sex zu haben

Wenn man sich mit Recht nicht auskennt, dann kann man auch einfach mal die Klappe halten.

Zumal wenn man es - eigentlich offensichtlich - schafft, ein Gesetz schon im Grundsatz nicht zu verstehen, das nur aus einem - auch noch recht kurzen - Satz besteht.

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Libertinaerer  04.08.2023, 04:15
Das alles regelt das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleine

Falsch.

und das Hausrecht.

Richtig.

Und wenn die Kinder dann meinen, irgendwo "auf der grünen Wiese" stattdessen Sex haben zu müssen, dann wäre das "Erregung öffentlichen Ärgernisses" und natürlich verboten.

Falsch.

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Dürfen Eltern ihren Kindern körperliche Beziehungen verbieten obwohl sie schon ü 14 sind und das selbst entscheiden können?

Sex an und für sich dürfen sie NICHT verbieten.

Was Eltern verbieten dürfen (und müssen) ist der Umgang mit Personen, die das Kindeswohl gefährden - und da spielt es keine Rolle, ob das nur ein Bekannter ist oder die Liebesbeziehung.

Allerdings liegen die rechtlichen Hürden dafür SEHR hoch. Das Kindeswohl wäre durch einen Kriminellen gefährdet, oder bei "Verführung zu Alkohol und/oder Drogen; Abdriften in ein [religiöses] Sektierertum o.ä.".

Und es muss sich um eine ersichtliche Gefährdung handeln. Weder sind bloße Behauptungen ohne ersichtliche Grundlage ausreichend, noch irgendwelche Ängste, was passieren könnte, geschweige denn ein einfaches "Das wollen wir nicht. Punkt!".

"Den mögen wir nicht" oder "Der ist uns zu alt" oder "Du bist 'dafür' noch zu jung" oder was auch immer in diesem Bereich liegt, sind keine relevanten "Gründe".

Verhindern die Eltern eine Beziehung ohne ersichtliche Gefahrenquelle, sind SIE es, die das Kindeswohl gefährden: https://www.gutefrage.net/frage/10-jahre-altersunterschied-legal-oder-nicht#answer-323098007

Und muss man sich zwingend daran halten?

Nein.

Aber bei tatsächlichen Folgen (also ungerechtfertigten "Erziehungsmaßnahmen"), sollte man erstmal zum Jugendamt gehen, um dem einen einen Riegel vorzuschieben. Die können den Eltern ihre Grenzen aufzeigen, wenn es dir nicht gelingt (s. verlinkte Antwort).

Letztlich haben die Eltern UND Kinder Einigkeit in Familienfragen anzustreben, und wenn eine oder beide Parteien dazu nicht in der Lage sind, kann das Familiengericht für sie eine Entscheidung treffen, an die sich alle zu halten haben.


Liverpool1  04.08.2023, 13:43

eltern können jederzeit kontakte verbieten, kontakte eindämmen und auch ausschließen, wenn sie der meinung sind das es schlechter einfluss ist. da kann kind garnichts machen. und auch ein familiengericht mischt sich da nicht ein.

bis 18 bestimmen die eltern was kind tut, wo es sich aufhält, mit wem es kontakt hat und wer es betreut. ab 18 kann kind gerne eigene wege gehen, so es sich das leisten kann.

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Libertinaerer  04.08.2023, 16:51
@Liverpool1

Und für diejenigen, die wissen möchten, wie es wirklich ist und warum es so ist, die können auf den Link in meiner Antwort klicken und es dort ausführlich nachlesen - inkl. der Auszüge eines letztinstanzlichen Gerichtsbeschlusses. 🤷‍♂️

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Liverpool1  04.08.2023, 17:56
@Libertinaerer

für diejenigen die wissen wollen wie es richtig und wirklich ist, die lesen deine falschen antworten nicht

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Nein dürfen sie nicht kenne ein Fall der ging vor Gericht und die Eltern haben verloren

wenn es dem kindeswohl nicht entspricht, können sie kontaktverbot aussprechen und wenn garnix funktioniert einen anwalt einschalten und dies über das familiengericht veranlassen. ob sie damit immer erfolg haben ist eine andere frage.

im schlimmsten fall sachen packen, kind ins auto und paar hundert km umziehen. das löst die probleme recht zügig