Abiturientenprogramm oder Studium?
Hallo,
ich stehe vor einer schwierigen Entscheidung. Ich habe Abitur und möchte meinen weiteren Weg entweder mit einem Abiturientenprogramm bei einem lokalen Unternehmen (Groß- und Außenhandelsmanagement + Ausbilderschein + Handelsfachwirt) in Kooperation mit der Akademie Handel in München machen, oder ein Studium antreten, aus finanziellen Gründen nur an der Hochschule meiner Heimatstadt möglich. Bei meinem favorisierten Studiengang handelt es sich um Energiemanagement, heißt eine Art spezialisierter Wirtschaftsingenieurwesen Studiengang.
Welchen Weg würdet ihr mir basierend auf euren Erfahrungen empfehlen? Ist der Verdienst mit dem Studium deutlich besser und wäre ich beim Abiturientenprogramm stark auf den Handel beschränkt? (Einkauf, Personalabteilungen usw. existieren ja durchaus in den meisten Unternehmen)
Oder würdet ihr sagen die beruflichen Chancen sind durch den Praxisvorteil beim Abiturientenprogramm vielleicht sogar höher? Finanziell gesehen wäre das Abiturientenprogramm besser, was mir natürlich sehr zugute kommen würde.
Beides würde mich stark interessieren, jedoch verzweifle ich gerade an der Entscheidung, weshalb ich mich über neue Perspektiven sehr freuen würde.
Vielen Dank für eure Antworten!
3 Antworten
Zu wenig Info zum Energiemanagement. Ich habe an einer FH studiert und da gibt's durchaus Praxissemester, also Pflicht. Oder ist das bei dir doch nicht Uni?
Achja und kannst du dich gut selbst organisieren? Das ist im Studium ganz wichtig. Wer das nicht kann, sollte eine Ausbildung machen. Dein Abiturientenprogramm kann ich diesbzgl. nicht einschätzen.
Und schon mal was vom Lebens-Netto-Einkommen gehört? So wie sich das für mich anhört, wirst du wenn du das Abiturienten-Programm machst schon im 1. Jahr ein Azubigehalt bekommen, während du im Studium nicht wirklich was verdienen würdest und dafür einiges bezahlen musst wie z. B. Semestergebühren etc. Außerdem werden höhere Gehälter überproportional stärker besteuert.
D.h. wenn bei beidem am Ende die Job-Chancen ähnl. sind, kannst du selbst wenn du nach dem Abiturientenprogramm etwas weniger verdienst unterm Strich finanziell besser dastehen.
notting
Der Verdienst nach einem Bachelor ist nicht zwangsweise besser als bei einer Ausbildung mit entsprechender Weiterbildung (bspw. Fachwirt).
Ich habe allerdings mit einem dualen Studium die Erfahrung gemacht, dass die Unternehmen tendenziell "nur" an dem interessiert sind, was sie ausgebildet haben. Aus meinem dualen Studiengang gab es nach dem Bachelor im Grunde niemanden, der über seinen Arbeitgeber noch einen Master machen konnte.
Im Nachhinein betrachtet - ich bin dann später nach der Trennung mit meinem alten Arbeitgeber wieder an die Uni - würde ich direkt versuchen, so unabhängig wie möglich ein Studium zu machen. Danach kannst du dich immer noch bei Unternehmen bewerben.
Abiturientenprogramme sind eigentlich nur dazu da einen relativ "mittelwertigen" Beruf attraktiver klingen zu lassen. Du sparst ein bisschen Zeit aber bist eigentlich auch nicht wirklich was anderes als ein normaler Azubi.
Das soll überhaupt nicht abwertend sein, ich selbst hab trotz Abi auch lieber eine Ausbildung gemacht und das nicht bereut. Aber den riesen Vorsprung hat man da meiner Erfahrung nach nicht.
Studieren ist eben sehr theoretisch und erfordert i.d.R. viel Disziplin sich das Lernen und Verstehen selbst beizubringen.
Ein Mittelweg den du in Betracht ziehen könntest wäre ein Duales Studium. Da gibt's auch endlos viele Stellen.
Aber alles in allem solltest du dich daran orientieren welcher Lerntyp du bist. Als Praktiker ist eine Ausbildung sinnvoll und als Theoretiker ein Studium.
Auf einer Ausbildung kann man aufbauen. Die Karriereleiter nach und nach aufsteigen und vielleicht doch irgendwann ein Studium dran hängen.
Also Student steigt man später ins Berufsleben ein aber normalerweise auch weiter oben auf der Karriereleiter.