Warum gibt es unter Wissenschaftlern den "Dritten Weg"? Weiß die Öffentlichkeit von den Widersprüchen des Neo-Darwinismus?

1 Antwort

Der "Third Way of Evolution" ist eine kleinere Gruppierung von Wissenschaftlern, welche vorschlägt, die Evolutionstheorie um zusätzliche Mechanismen zu ergänzen und einige Grundlagen neu zu überdenken. Sie behaupten, dass uns in der Evolutionsbiologie eine Art "Paradigmenwechsel" bevorstehen soll. Es ist so ähnlich wie bei den Vertretern der "Extended Evolutionary Synthesis", nur etwas extremer.

"Third Way of Evolution" konnte bis heute keine Fortschritte machen in Fachkreisen zu überzeugen. Viel mehr gibt es große Kritik dagegen, dass die Evolutionstheorie von der Gruppierung nicht richtig dargestellt wird und einige ihrer Ideen auf keinen empirischen belegen basieren.

Den „Neo-Darwinismus“, die bisherige Standardtheorie, lehnen sie ab, da dieser die natürliche Selektion als den einzigen bestimmenden Faktor in der Evolution betrachte.

Die natürliche Selektion ist natürlich nicht der einzig bestimmende Faktor, seit Darwin hat man eine Menge gelernt und es gibt viele andere wichtige Mechanismen. Die von der "Third Way of Evolution" aufgeführten Mechanismen fehlen nicht in der zeitgenössischen Evolutionstheorie. Endosymbiose, Epigenetik, phänotypische Plastizität, Evo-Devo, und so weiter ... die Evolutionstheorie umfasst all diese Prozesse. Es benötigt keinen "dritten Weg".

Weiß die Öffentlichkeit von den Widersprüchen des Neo-Darwinismus?

Nein, nicht wirklich, weil dies nur im speziellen Kreis diskutiert wird. Die meisten Biologen wissen vermutlich nicht einmal, dass so eine Gruppierung existiert. Einige ihrer Vertreter suchen jedoch auch bereits zunehmend Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, um ein neues Publikum zu erreichen (Denis Noble). Aber auch dies wird extrem von Evolutionsbiologen kritisiert, wie zum Beispiel hier mit dem Evolutionsbiologen Zach B. Hancock.