Nachbar weckt mich jeden Morgen auf - was tun?
Hallo,
Zuerst wollte ich schreiben "Lauter Nachbar - was tun?", das hab ich dann aber bewusst geändert, da "laut" eigentlich das falsche Wort ist: Mein Nachbar ist jeden Morgen (auch am Wochenende) um ca 6 Uhr "laut genug" um mich trotz Oropax in den Ohren aufzuwecken - Ich bin mir jedoch nicht sicher, aber dass überhaupt unter Lärmbelästigung fällt. Einerseits: In der Stadt, in der ich lebe, gilt die Nachtruhe bis 7 Uhr. Andererseits: Ich hab's zwar nicht gemessen, aber in Dezibel ist es möglicherweise in einem erlaubten Rahmen. Das Problem ist auch, dass die Wände in dem Haus extrem dünn sind + ich persönlich bin einfach sehr lärmempfindlich.
Da mein Nachbar Inder ist und daher weder ein einziges Wort Deutsch noch Englisch kann (wir haben mal versucht, über Google Translate miteinander zu reden, was auch nicht geklappt hat; jedoch wegen eines anderen Themas), habe ich bislang mehrmals unseren Vermieter darauf hingewiesen. Zu meiner Verteidigung: Zwei Vormieter von ihm haben Nachts richtig Lärm gemacht und mit denen hab ich das persönlich geklärt.
Mein Vermieter kann selbst auch nicht mit meinem Nachbarn reden, weil auch er kein Hindi kann, er hat jedoch nun schon mehrmals einen mit meinem Nachbarn befreundeten Inder, der Deutsch spricht, auf das Problem hingewiesen, und gebeten, es an meinen Nachbarn weiterzuleiten. (Offizieller Mieter ist der, der Deutsch kann. Mit Erlaubnis des Vermieters lebt jedoch der nicht Deutsch sprechende darin).
Nachdem ich heute morgen meinen Vermieter erneut auf Lärm aus der Wohnung um 6 Uhr hingewiesen hab, hat er mir geschrieben, er habe mit den Inder telefoniert und die Inder wollen sich nun bei mir melden und mit mir reden.
Ich habe mich zwar bei meinem Vermieter bedankt, dass er sich nochmals die Mühe gemacht hat, habe jedoch darum gebeten, dass er den Indern ausrichten soll, sie sollen sich eben nicht bei mir melden. Ich wüsste nämlich nicht, was da ein Gespräch bringen soll. Entweder mein Nachbar wird leiser oder halt nicht. Ich wollte mich auch nicht nochmal in die Situation bringen in der ich schonmal war: Dass der Nachbar auf Hindi auf mich einredet, weil er einfach nicht versteht, dass ich die Sprache nicht verstehe.
Grundsätzlich ist nun mein Plan: Ich hatte sowieso nie vor, bis in alle Ewigkeiten in der Wohnung wohnen zu bleiben, da das eine Studentenwohnung ist und ich mir nach dem Studium eine richtige Wohnung suchen wollte. Ich will jetzt einfach versuchen, so gut es geht damit zu leben bis ich ausziehe. Zudem kam mir der Gedanke, ob ich mir vllt anstelle von Oropax etwas anfertigen lassen soll, was sich so ins eigene Ohr einfügt, dass Lärm noch deutlich besser abgehalten wird.
Bzgl dieser "optimierten Oropax" frage ich mich halt, ob das langfristig eine gute Idee ist: Was, wenn ich in einigen Jahren Frau und Kinder habe und es erneut in einer anderen Wohnung so ein Problem gibt: Da wäre das keine Lösung und ich hätte nicht gelernt, mit so einer Situation umzugehen.
Abschließend muss ich noch hinzufügen, dass der Inder, mit dem mein Vermieter vorhin telefoniert hat, jetzt nochmals mit meinem Nachbarn reden will - ich erhoffe mir nur nicht allzuviel davon.
Nun meine Fragen an euch:
- Bin ich falsch mit der Situation umgegangen?
- Wie würdet ihr beim jetztigen Stand der Situation damit umgehen?
- Was haltet ihr von diesen "optimierten Oropax"? (Nicht im Sinne von, ob die den Lärm wirklich abhalten, sondern, ob ich mir's damit quasi zu leicht mache)
Vielen Dank im Voraus :)