Wieso Männer Frauen schlagen?

17 Antworten

Ein Vater der seine Frau geschlagen hat kann nicht als Ausrede gelten,dann ist es moralisch und gesetzlich nicht in Ordnung genauso zu handeln. Schließlich sind wir alle Menschen und sollten vernünftig handeln. Wenn man es auf andere Fälle beziehen würde dann würden ja Menschen deren Väter jemanden umgebracht haben auch genauso handeln und einfach Leute willkürlich umbringen dürfen. Und hinterher sagen sie einfach "ich habs nicht anders vorgespielt bekommen ".


SchlawienerSued  11.11.2014, 00:32

und sollten vernünftig handeln

Du schreibst richtig. Wir Menschen SOLLEN vernünftig handeln. Nur welcher Mensch macht das schon??

Es geht dabei aber nicht um Entschuldigungen sondern um GRÜNDE bzw. Erklärungen für solche Handlungsweisen.. Natürlich ist es strafbar wenn man das tut. Auch du handelst mehrmals am Tag unvernünftig.

Z.B.um 00:30 am PC zu sitzen und bei GF zu texten ist sehr unvernünftig. Vernünftig wäre jetzt z.B. ein gutes Buch zu lesen oder zu pennen. ;-)

"ich habs nicht anders vorgespielt bekommen ".

Sorry aber du schreibst Unfug. Ich habe noch nie einen solchen Schläger gehört der sich mit so was versucht hätte zu entschuldigen. So was kann auch nur ein Sachverständiger vor Gericht vorbringen. Niemand anderem würde ein Gericht bei so was Glauben schenken. Und dann MUSS es sogar strafmildernd gewertet werden.

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Ich glaube, dass diese Menschen (habe leider auch viele viele Frauen kennen lernen müssen, die Ihre Kinder schlagen) ein grundsätzliches Problem mit sich selbst haben. Dadurch, dass sie eine innere Leere empfinden, versuchen sie diese über andere Menschen zu füllen. Sie wollen sich unbedingt anerkannt fühlen. Stell dir mal die folgende Situation vor. Du gehst wieder in die Schule. Du bist wieder in der Pubertät und alle haben mit sich selbst zu tun. An deiner Schule wirst Du nicht beachtet und das über Jahre. Und wenn Dich doch jemand beachtet, dann nur um über dich herzuziehen. Doch eines Tages eskaliert so ein Streit und Du verpasst der einen Person ein paar Schläge ins Gesicht - mitten auf dem Schulhof. Alle schauen dich an. Plötzlich wird über Dich geredet. Manche gehen Dir aus dem Weg. Du hast das Gefühl endlich beachtet zu werden. Du machst Dich innerlich lustig über die Leute, die Angst vor Dir haben.

Aber während Du vorher gar nicht beachtet wurdest und oft in der Nacht traurig da lagst und überlegt hast wie Du Freunde findest, wirst Du jetzt von einigen Bewundert. Du findest Kumpels und Ihr macht auch in der Freizeit Sachen zusammen. Du fühlst Dich jetzt als eine Gewinnerin. Und plötzlich hat sich Dein Gefühl für angemessene Gewalt verschoben. Im Rückblick sagst Du Dir, die Person hat dich ja provoziert. Und überhaupt ist daraus ja was gutes geworden. Mir geht es besser als je zuvor. Vielleicht lachst Du sogar über das erstaunte Gesicht von der Person, als Du ihr eine verpasst hast. Vorher war Gewalt für Dich kein Thema. Es wäre undenkbar gewesen Leute zu vermöbeln um Anerkennung zu bekommen.

Was wäre die Lösung gewesen? Wenn man Dich beachtet hätte und Dir gezeigt hätte, wie man seinen Weg findet. Wie man zu sich selbst findet und dabei andere Personen achten kann. Aber die Mühe hat man sich an Deiner Schule nie gemacht. Ganz im Gegenteil. Dort hat man Dir beigebracht, dass das Wohl anderer Menschen über Deinem steht. Dass man alles für die Gemeinschaft tut. Dass man immer Kompromisse machen muss.

Nun zu Deinem Mann - egal ob er wohlhabend oder arm ist - er hat bestimmt nie zu sich gefunden. Er hat nie seine Träume und seine Ziele verfolgt. Wurde nie beachtet - oft auch von den eigenen Eltern nicht oder nur oberflächlich - an der Schule gab es Leute, die auf Ihm rumhackten.

Planlos lief er durch sein Leben. Nahm den erst besten Job an. War vielleicht da sogar für eine Zeit lang ein bisschen glücklich. Doch dann verlor er seinen Job - oder er hat einen guten Job, aber irgendwann merkt er, dass er eigentlich immer noch so allein ist, wie damals in der Schule. Dass seine Verwandten sich nicht für Ihn interessieren. Dass er eigentlich keine echten Freunde hat. Und seine Frau? Er fühlt, dass er noch gar nicht soweit war eine Beziehung zu führen (egal wie alt er damals auch gewesen sein mag). Er hat das Gefühl (auch wenn es objektiv falsch ist), dass er in manchen Situationen die Kontrolle in der Beziehung verliert. Dass viele Diskussionen Unzufriedenheit bei Ihm erzeugen. Er fühlt sich als Verlierer auf der ganzen Strecke. Irgend wann stellt er fest (z.B. beim Sex), dass es ihm Spass macht, andere zu dominieren. Dass er gerne die Kontrolle über andere Menschen hat. Die Kombination aus - ich will auch mal der absolute Chef sein und ich will nicht verlassen werden - kann die das Gewaltempfinden verändern. Und sobald man damit beginnt, findet man seine Ausreden dafür, dass sie es ja eigentlich selbst will oder verdient hat oder oder oder...

Es geht hier nicht um objektive Situationen, die zur Gewalt führen, sondern um die Wahrnehmung von Menschen - ein berühmtes Beispiel sind Menschen, die nur angeschaut werden müssen und darin eine Respektlosigkeit sehen. Für Dich ist es nur ein Blick; für sie ist es eine Kritik - nach dem Motto: wie läufst Du denn rum.

Da gibt es wohl verschiedene. Einerseits eine generelle Aggressivität, möglicherweise Spaß oder Befriedigung durch Machtausübung, Gewalt, und/oder Demütigung. Also eine Freude am Schlagen an sich. Es kann auch Hass gegen die Frau im speziellen sein, wobei hier ein gewisser Aggressionspegel vorliegen muss. Ich denke beides hängt zusammen.

Gewalt in einer Beziehung ist schlimm. Ich denke das ist offensichtlich, in einer gesunden Beziehung gibt es keine Gewalt, sondern Respekt und Vertrauen. Leider trauen sich manche Frauen nicht, ihre Männer anzuzeigen und/oder zu verlassen, da sie immer noch an beidseitige Liebe glauben und manche Männer auch immer zu "Reue zeigen", dann aber wieder gewalttätig werden. So kommt es teilweise, dass die Frau ihren Mann auch noch schützt, oder einfach Angst hat, sich zu trennen.

Bin keine Expertin, aber so schätze ich das ein.


BoosterPower 
Beitragsersteller
 30.10.2014, 12:58

Ich denke das ist genetisch veranlagt und liegt nicht ausschließlich an der eigenen Erziehung ^^

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Ich glaube, dass diese Menschen (habe leider auch viele viele Frauen kennen lernen müssen, die Ihre Kinder schlagen) ein grundsätzliches Problem mit sich selbst haben. Dadurch, dass sie eine innere Leere empfinden, versuchen sie diese über andere Menschen zu füllen. Sie wollen sich unbedingt anerkannt fühlen. Stell dir mal die folgende Situation vor. Du gehst wieder in die Schule. Du bist wieder in der Pubertät und alle haben mit sich selbst zu tun. An deiner Schule wirst Du nicht beachtet und das über Jahre. Und wenn Dich doch jemand beachtet, dann nur um über dich herzuziehen. Doch eines Tages eskaliert so ein Streit und Du verpasst der einen Person ein paar Schläge ins Gesicht - mitten auf dem Schulhof. Alle schauen dich an. Plötzlich wird über Dich geredet. Manche gehen Dir aus dem Weg. Du hast das Gefühl endlich beachtet zu werden. Du machst Dich innerlich lustig über die Leute, die Angst vor Dir haben.

Aber während Du vorher gar nicht beachtet wurdest und oft in der Nacht traurig da lagst und überlegt hast wie Du Freunde findest, wirst Du jetzt von einigen Bewundert. Du findest Kumpels und Ihr macht auch in der Freizeit Sachen zusammen. Du fühlst Dich jetzt als eine Gewinnerin. Und plötzlich hat sich Dein Gefühl für angemessene Gewalt verschoben. Im Rückblick sagst Du Dir, die Person hat dich ja provoziert. Und überhaupt ist daraus ja was gutes geworden. Mir geht es besser als je zuvor. Vielleicht lachst Du sogar über das erstaunte Gesicht von der Person, als Du ihr eine verpasst hast. Vorher war Gewalt für Dich kein Thema. Es wäre undenkbar gewesen Leute zu vermöbeln um Anerkennung zu bekommen.

Was wäre die Lösung gewesen? Wenn man Dich beachtet hätte und Dir gezeigt hätte, wie man seinen Weg findet. Wie man zu sich selbst findet und dabei andere Personen achten kann. Aber die Mühe hat man sich an Deiner Schule nie gemacht. Ganz im Gegenteil. Dort hat man Dir beigebracht, dass das Wohl anderer Menschen über Deinem steht. Dass man alles für die Gemeinschaft tut. Dass man immer Kompromisse machen muss.

Nun zu Deinem Mann - egal ob er wohlhabend oder arm ist - er hat bestimmt nie zu sich gefunden. Er hat nie seine Träume und seine Ziele verfolgt. Wurde nie beachtet - oft auch von den eigenen Eltern nicht oder nur oberflächlich - an der Schule gab es Leute, die auf Ihm rumhackten.

Planlos lief er durch sein Leben. Nahm den erst besten Job an. War vielleicht da sogar für eine Zeit lang ein bisschen glücklich. Doch dann verlor er seinen Job - oder er hat einen guten Job, aber irgendwann merkt er, dass er eigentlich immer noch so allein ist, wie damals in der Schule. Dass seine Verwandten sich nicht für Ihn interessieren. Dass er eigentlich keine echten Freunde hat. Und seine Frau? Er fühlt, dass er noch gar nicht soweit war eine Beziehung zu führen (egal wie alt er damals auch gewesen sein mag). Er hat das Gefühl (auch wenn es objektiv falsch ist), dass er in manchen Situationen die Kontrolle in der Beziehung verliert. Dass viele Diskussionen Unzufriedenheit bei Ihm erzeugen. Er fühlt sich als Verlierer auf der ganzen Strecke. Irgend wann stellt er fest (z.B. beim Sex), dass es ihm Spass macht, andere zu dominieren. Dass er gerne die Kontrolle über andere Menschen hat. Die Kombination aus - ich will auch mal der absolute Chef sein und ich will nicht verlassen werden - kann die das Gewaltempfinden verändern. Und sobald man damit beginnt, findet man seine Ausreden dafür, dass sie es ja eigentlich selbst will oder verdient hat oder oder oder...

Es geht hier nicht um objektive Situationen, die zur Gewalt führen, sondern um die Wahrnehmung von Menschen - ein berühmtes Beispiel sind Menschen, die nur angeschaut werden müssen und darin eine Respektlosigkeit sehen. Für Dich ist es nur ein Blick; für sie ist es eine Kritik - nach dem Motto: wie läufst Du denn rum.

Weil es nicht noch gar nicht als Antwort kam, hier mal die Antwort eines professionellen Therapeuten, der mir die Sache auch mal erklärte. Vorweg: Das kann auch genau umgekehrt oder gar ganz anders sein:

Es gibt Frauen die haben als kleine Kinder zwischen den Eltern viel Unfrieden, Streit und vielleicht sogar Gewalt miterleben müssen.
Nun wissen Kinder aber nicht was Liebe ist, sondern kennen nur Abhängigkeit, aus der dann mit der Zeit das Gefühl "Liebe" entwickelt wird - aber ursprünglich geprägt aus der Kind-Eltern Beziehung.

Wenn nun eine solche Frau in einer Beziehung ist, sucht sie diese Situation. Der Therapeut sagte ausdrücklich die Frauen wollen NICHT geschlagen werden, was sie aber wollen, ist die Situation, die emotional aufgeladene Stimmung, in der Gewalt geschehen kann.
Diese Frauen pvozieren diese Stimmungen also aktiv und versuchen sich so nahe wie möglich an die "Grenze" heranzutasten.
Was dann immer wieder schiefgeht, da wiederholt die Grenze überschritten wird.

Die Frauen begreifen unterbewusst aber, dass sie die Initiatoren sind und verzeihen nun wieder gerne aktiv: "Weil er mich doch braucht, lieb hat oder oder oder" -
aber eigentlich weil sie ihren Anteil unterbewusst kennen und viele Männer dies auch gar nicht mit sich machen lassen.

Fazit: Ob nun die Frauen, die Männer oder beide die Initiatoren sind, lässt sich am besten aus der Historie beider Partner herauslesen, ob sie vorher auch schon mal in solchen Beziehungen waren.

Meine Moral: Wem das passiert und die Beziehung nicht beendet, steckt ebenso mit drin.