Welche (nicht menschenunwürdigen) Therapiemöglichkeiten gibt es für Menschen mit "hochfunktionalem" Autismus?

3 Antworten

An sich musst du dir nur denken, dass die Therapeuten versuchen dir einen anderen Blickwinkeln zu geben. Du hast ein Problem und sie wollen dir erklären, wie es eine neurotypische Person eventuell sehen würde, damit du vielleicht das Problem selber sehen kannst?

An sich kannst du auch einem Therapeuten auch einfach sagen, dass es wenig hilfreich ist, wenn sie versucht dir eine Sichtweise aufzuzwängen, welche du schlichtweg nicht hast.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

PeterLustig1999 
Beitragsersteller
 01.04.2025, 22:52
An sich musst du dir nur denken, dass die Therapeuten versuchen dir einen anderen Blickwinkeln zu geben.

Das meinte ich nicht, da habe ich mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Ich würde es nicht kritisieren, wenn mein Therapeut mir erklärt, wie gewisse Dinge auf neurotypische Menschen wirken. Das ist in Ordnung, und manchmal auch hilfreich. Dazu befrage ich eine neurotypische Freundin auch regelmäßig.

Was ich kritisiere, ist, dass meine Therapeutin Dinge, die sie als neurotypische Person nicht verstehen konnte, nicht akzeptiert hat. Dass ihre erzwungene neurotypische Perspektive jegliches Mitgefühl verhindert hat. Dass ich mich nie verstanden gefühlt habe, weil meine Aussagen einfach ignoriert wurden, weil ich anders funktioniere, als neurotypische Personen.

Beispiel: Ich habe erklärt, dass ich unbedingt den Führerschein machen möchte, nun, da ich endlich mal Geld verdiene und mir das leisten kann. Dass ich mich aber einfach nicht dazu kriege. Dass ich damit anfangen will, aber nicht damit anfangen kann. Von meiner Therapeutin kam die Frage "Warum willst du den Führerschein nicht machen?" Ich habe dir doch gerade erklärt, dass ich das will, aber den Antrieb dazu nicht finde. Und solche Situationen gab es ständig, jede Therapiestunde.

An sich kannst du auch einem Therapeuten auch einfach sagen, dass es wenig hilfreich ist, wenn sie versucht dir eine Sichtweise aufzuzwängen, welche du schlichtweg nicht hast.

Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass mich das nervt, und nicht weiter bringt. Es war ihr aber einfach nicht möglich, Dinge einfach stehen zu lassen, wenn ich ihr erklärt habe, wie mein Gehirn funktioniert.

Ich bin der Experte, was mein eigenes Gehirn angeht.

Dann lass doch das "hochfunktional" weg - ist in meinen Augen eh überflüssig, da es sich bei Autismus um ein Spektrum handelt.

Wie wäre es mit Änderung(en) in deinem vollgestopften Alltag, bei dem du garantiert nicht wirklich so sein kannst, wie du tatsächlich bist.
Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass du kein Masking betreibst. Egal ob bewusst oder unbewusst.

Vergiss ABA - das ist keine Therapie, das ist Dressur vom Schlimmsten und garantiert früher oder später einen autistischen Burnout.

Wenn du jobmäßig nichts ändern kannst, lass die Trainersache weg.
Für mich hat es den Anschein, dass du deine Grenzen so sehr übergehst, dass es zu einem Meltdown kommt, bei dem du das Wochenende brauchst, um dich wieder berappeln zu können.

Therapie halte ich hier nur für sinnvoll, wenn sie auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist und bei einem Therapeuten gemacht wird, der sich nachweislich mit Autismus auskennt.
Heißt, er kann erkennen, wann das Problem mit ASS zu tun hat, wann es durchs Maskieren kommt oder etwa eine Komorbidität die Ursache sein könnte.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – ASS-Diagnose mit 50 / über 20 Jahren im Thema

Dir stehen prinzipiell alle (Psycho-)Therapien offen, die anderen Menschen auch offenstehen. Die Frage ist immer – auch und gerade bei Autismus– was willst du konkret bearbeiten?

Ich fühle mich nach einer 40-Stunden-Woche K.O., und verbringe regelmäßig mein gesamtes Wochenende ausschließlich damit, mich von der Woche zu erholen.

Hast du mal über eine Reduzierung auf Teilzeit nachgedacht? Eine Autismusdiagnose ist allemal ein berechtigtes Argument dafür.


Jonathan45  02.04.2025, 19:55

Ich habe noch einmal nachgelesen, dass du es bereits versucht hast mit der Stundenreduzierung. Mit der Autismus Diagnose müsstest du trotzdem einen Riesentrumpf in der Hinterhand haben, um huer nötigenfalls noch mal Nachdruck auszuüben. Meiner Meinung nach muss man Autisten eine Teilzeittätigkeit zugestehen, wenn die der Gesellschaft es ernst meint mit Inklusion und Verständnis.