Warum hat Hitler als Kommunist den "Stalinpakt" nicht eingehalten?

3 Antworten

Also, das mit "Hitler als Kommunist" war nur ein Versprecher von Weidel, als sie nach englischen Wörtern gesucht hat im Gespräch mit Musk - sie sagte erst "Sozialist" und wollte das dann noch erläutern, und sagte nun "Kommunist" aber das war klar falsch.

Hitler war ein "nationaler Sozialist" und Stalin dagegen war ein "internationaler Sozialist", jedenfalls anfangs.

Das bedeutet natürlich, dass sie schärfste Konkurrenten zueinander waren, denn jeder glaubte die eigene Version von Sozialismus wäre die bessere. Die Beziehungen waren vorher NICHT "ganz gut", es war eine verblüffende Überraschung als es dann doch diesen "Nichtangriffspakt" gab, und es war keine Überraschung als der dann gebrochen wurde. Die Nazis haben gesagt, Stalin hätte sie angreifen wollen und sie wären ihm nur zuvorgekommen, das kann auch stimmen.


IanGaepit  22.02.2025, 12:45

Nun, es ist schwer Hitler bzw. die Nazis wirklich als Sozialisten zu definieren, nur weil sie sich so nannten.

Sozialismus ist ein sehr vage definierter Begriff. Unter dieser Ungenauigkeit könnte man anführen, dass man wenn man den Unbedingt will die Nazis als Sozialisten definieren könnte.

Das Problem dabei ist allerdings, es ist weitestgehend akzeptiert, dass Sozialismus mindestens das Ziel der "Überwindung" des Kapitalismus voraussetzt. Dies kann sowohl im revolutionären Kampf stattfinden, als auch durch Reform.

Die Nazis haben den Kapitalmus definitiv nicht durch Revolution überwunden. Man könnte also höchstens argumentieren, dass sie das reformistische Ziel hatten. Aber auch dem steht sowohl die Realpolitik der Nazis gegenüber, als auch Aussagen von Nazi-Größen

Im Kern bedienten sich die Nazis der "Kartellwirtschaft" die schon in der Weimarer Republik existierte und stellen diese darauf ein in erster Linie für die Kriegswirtschaft zu produzieren. In diesem Rahmen fand eine dezentrale Planung statt.

Tiefgreifende Enteignung, die für eine Überführung von Privatbesitz in Kollektivbesitz nötig gewesen wäre gab es abgesehen vom Bezug zu "Ungewollten" oder Regimegegner nicht wirklich. Privatwirtschaftliche Unternehmen wurde lediglich vorgeschrieben, was zu produzieren ist und diese wurden dafür gut entlohnt.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Nazis nach einem gewonnen Krieg weiter gegangen wären, als diese Kriegswirtschaft.

Aus Aussagen von Nazi-Größen lässt sich eher schließen, dass in einem solchen Fall die Wirtschaft, so lange es die Wehrfähigkeit nicht tangiert hätte, sogar eher wieder liberalisiert worden wäre.

Im Kern handelten, die westlichen Kriegsgener zu Kriegszeiten ähnlich. Was ich damit sagen will, die Deutsche Wirtschaft unter den Nazis, war im Endeffekt eine Kriegswirtschaft, die der Kriegswirtschaft der Kapitalistischen Staaten ähnlicher war als der Zentralverwaltung der Sowjetunion, welche unzweifelhaft den Kapitalismus "überwinden" wollte.

Man könnte den Nationalsozialismus also allenfalls als Sozialismus beschreiben, wenn man eine Definition verwendet, die nicht die Überwindung des Kapitalismus beinhaltet. Was, zumindest meiner Meinung nach, dem Begriff jede Bedeutung nimmt.

Ich würde aus ähnlichen Grünen bspw. auch die Linke und selbst die PDS vor ihr zumindest in größten Teilen nicht als sozialistisch, sondern lediglich Sozialdemokratisch beschreiben.

Wobei man hier anmerken kann, dass die Sozialdemokratie bis in die 1920er ebenfalls die Überwindung des Kapitalismus zum Ziel hatte und damit teil des sozialistischen Spektrums war. Im Rahmen der Veränderung der Praktischen Politik der Sozialdemokratie ist sie dahingehend allerdings heute nicht mehr sozialistisch.

TheFinnair12 
Beitragsersteller
 22.02.2025, 10:43

Ja, Hitler war so gesehen Kommunist, aber nur auf nationaler Ebene beschränkt, nicht international. Also quasi ein Nationalkummunist, so etwas gibt es auch.

SeemannsgarnPD  22.02.2025, 10:48
@TheFinnair12
Ja, Hitler war so gesehen Kommunist

Nein, erneut. Weder war Hitler Kommunist noch Sozialist. Er war Nazi

Nationalsozialismus ist so Sozialistischen wie Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) demokratisch ist.

Also quasi ein Nationalkummunist, so etwas gibt es auch.

Nein so etwas gibt es nicht. Du weißt offensichtlich nicht einmal was Kommunismus ist. Kommunismus ist Staatenlos.

Es kann folglich keinen Nationalen Kommunismus geben.

SeemannsgarnPD  22.02.2025, 10:53
@TheFinnair12

Da wird irgendetwas Geschwafelt von Gesellschaftsentwürfen.

Auf ein neues.

Kommunismus ist Staatenlos.

Ein Staat kann nicht Kommunistisch sein. Und selbst wenn. Hitler ist kein Kommunist. Egal welcher.

TheFinnair12 
Beitragsersteller
 22.02.2025, 10:54
@SeemannsgarnPD

Es gibt dort auch Artikel zu "Linksnationalismus", nationaler Sozialismus, Nationalbolschewismus. Es gibt solche Gruppierungen. Man ist eben für Sozialismus, aber nur im eigenen Land. Inkl. Antisemitismus.

rr1957  22.02.2025, 10:55
@TheFinnair12

es kommt bei dieser Debatte genau darauf an, von welchem Zeitpunkt man spricht, denn die Begriffe entstehen und entwickeln sich und wandeln ihre Bedeutung mit der Zeit ...

Nach modernem Verständnis ist dieser "Nationalkommunismus" eben gar kein Kommunismus - ja, es gibt ihn, aber er ist eben kein Kommunismus. Ganz am Anfang war das aber nicht so klar.

SeemannsgarnPD  22.02.2025, 10:58
@TheFinnair12

Sozialismus, Bolschewismus etc können einen Staat haben.

Eine Ideologie dehren Grundpfeiler die Staatenlosigkeit ist kann nicht National sein.

Erstens wollte Hitler Lebensraum erobern. Zweitens sah er sich nicht als Kommunist, sondern als völkischer Sozialist, der Kommunisten als Feinde und den Kommunismus als eine jüdische Erfindung betrachtete. Er wollte keinen Klassenkampf, Internationalismus und Staatsatheismus, und er wollte das Privateigentum bewahren. Zitat:

Der Kampf gegen den Marxismus wurde damals [in München] zum ersten Mal zu einem Kampfziel erhoben. Damals gelobte ich mir zum ersten Mal, als unbekannter Einzelner, diesen Krieg zu beginnen und nicht zu ruhen, bis endlich diese Erscheinung aus dem deutschen Leben beseitigt sein würde. Denn folgendes sah ich: Der Marxismus bedeutet die Verewigung der Zerreißung der Nation! Damit aber die Schwächung des gesamten Volkes, damit die Verelendung dieses Volkes und damit den Verrat gerade an der Klasse, die er als tragend unter sich wissen will und die er einer besseren Zukunft entgegenzuheben verspricht.

(Rede im Sportpalast am 10. Februar 1933)

Es war in Wahrheit von Anfang an der Plan von Adolf Hitler, Lebensraum im Osten zu schaffen für die Deutschen. Der sog. Hitler/Stalin-Pakt war bloß taktisches Kalkül Hitlers, um einem Zweifrontenkrieg entgegenzukommen. Schließlich gab es auch einen Westfeldzug gegen bspw. Frankreich. Auch von GB drohte ein Angriff, somit hatte man als "Übergang" einen solchen Deal mit der UdSSR gemacht. Einhalten wollten man ihn aber nie. Das waren schließlich die größten Gegner aus Sicht des NS-Regimes, also der Bolschewismus dort.