Thema Radikalisierung: Habt ihr solche Leute in eurem erweiterten Umfeld (Schule, Arbeit, Freizeit, usw.)?
- Er oder sie zieht sich zurück, grenzt sich von Andersdenkenden ab und bezeichnet sie abwertend als „Ungläubige“ (Kuffar).
- Ein neues soziales Umfeld mit islamistischen Gleichgesinnten wird aufgebaut.
- Beschäftigung mit islamistischen Inhalten: Er oder sie hört gewaltverherrlichende islamistische Naschids, bewegt sich auf salafistischen Internetseiten, konsumiert islamistisches Propaganda-Material, geht zu Veranstaltungen salafistischer Prediger, besucht regelmäßig salafistische Moscheen oder Treffpunkte.
- (Plötzliche) Veränderung des äußeren Erscheinungsbilds: z. B.Wechsel des Kleidungsstils zu scheinbar traditioneller Kleidung, zulegen eines speziellen „Salafistenbarts“, also eines langen Vollbarts bei rasierter Oberlippe.
- Er oder sie lässt nur die eigenen religiös-politischen Ansichten gelten und zeigt keinerlei Bereitschaft, sich auf eine andere Position einzulassen:
- Behauptung, der Islam sei die einzig „wahre“, legitime und vor allem in jeder Hinsicht überlegene Religion
- Aggressive und kompromisslose Forderungen nach einer strikten Befolgung und Umsetzung islamischer Werte und Normen
- Strikte Ablehnung von Vorstellungen, Normen und Werten, die denen der Salafisten widersprechen
- Beharrliche Bemühungen, das „unislamische“ Umfeld zu einem Übertritt zum „wahren“ Islam zu bewegen (aggressives Missionieren)
- Zu Juden, Christen, Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften sowie nicht-salafistischen Muslimen (insbesondere Schiiten) äußert er oder sie sich abschätzig und herabwürdigend und begründet dies mit religiösen Überzeugungen.
- Das Denken ist zunehmend auf das Jenseits fixiert. Das eigene, irdische Leben verliert man aus den Augen (Verherrlichung eines Lebens im Jenseits bzw. im Paradies).
- Propagierung eines „Kalifats“ oder Ähnliches und Forderungen nach Einführung der Scharia als einzig legitimes Gesetz
- Strikte Ablehnung der Demokratie
- Sympathiebekundung bei islamistischen Anschlägen
3 Antworten
Nur unter Bekannten und vereinzelt in Lokalen, die ich regelmäßig besuche.
Oha, du scheinst ja selber schon fanatisch zu sein. Derartige Behauptungen und Hetze basieren oft auf Fehlinformationen, Vorurteilen oder einer verzerrten Darstellung des Islam.
Im Islam ist Fanatismus (Ghuluw) ausdrücklich verboten. Allah sagt:
„Oh, Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion...“
(Koran 4:171)
Der Islam lehrt Balance und Mäßigung. Radikales Verhalten widerspricht der wahren Botschaft des Islam, die auf Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Weisheit beruht.
Der Koran lehrt Respekt und Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen:
„Allah verbietet euch nicht, gut und gerecht zu jenen zu sein, die nicht gegen euch der Religion wegen kämpfen und euch nicht aus euren Häusern vertreiben. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten.“
(Koran 60:8)
Der Islam fordert Muslime auf, einen respektvollen Dialog zu führen und andere nicht herabzuwürdigen:
"Und streitet mit den Leuten der Schrift nur auf die beste Weise, außer jenen, die Unrecht tun...“
(Koran 29:46)
Der Prophet Muhammad warnte vor Extremismus:
„Hütet euch vor Übertreibung in der Religion, denn wahrlich, diejenigen vor euch wurden durch Übertreibung in der Religion zerstört.“
(Hadith, Sunan an-Nasa'i)
Der Prophet Muhammad lebte und lehrte gemäßigte und barmherzige Prinzipien.
Er verbot Gewalt gegen Unschuldige und lehrte stattdessen Nachsicht und Vergebung.
Er schloss Verträge mit Andersgläubigen, gewährte ihnen Schutz und forderte Gerechtigkeit.
Der Prophet respektierte die Rechte aller, unabhängig von ihrer Religion.
Deine aufgelisteten Punkte sind eine extrem verzerrte Darstellung, die weder den Islam noch die Mehrheit der Muslime repräsentiert. Die meisten Muslime lehnen Gewalt, Fanatismus und die Instrumentalisierung ihrer Religion entschieden ab.
Diese Anschuldigungen richten sich oft gegen Muslime, während ähnliche Probleme in anderen Gemeinschaften ignoriert werden. Gewalt und Extremismus sind nicht auf eine Religion beschränkt, sondern ein Problem von Einzelpersonen oder Gruppen, die Religion für ihre Zwecke missbrauchen.
Der Islam bietet klare Richtlinien für ein friedliches, gerechtes und respektvolles Miteinander. Probleme entstehen, wenn Menschen Religion falsch interpretieren oder für politische Zwecke instrumentalisieren.
Menschen wie du, die solche Vorurteile äußern, sind eingeladen, den Islam aufrichtig und unvoreingenommen zu erkunden. Der Islam lehrt eine ausgewogene Lebensweise, die sowohl das Diesseits als auch das Jenseits in den Fokus nimmt.
„Kommt zu einem Wort, das zwischen uns und euch gleich ist, dass wir Allah allein dienen und Ihm nichts beigesellen.“
(Koran 3:64)
Der Islam sollte nicht anhand des Verhaltens einiger Weniger beurteilt werden, die seine Lehren verzerren. Er ist eine Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit.
Das von dir beschriebene Verhalten widerspricht der wahren Botschaft des Islam, die Mäßigung,
Derartige Behauptungen und Hetze basieren oft auf Fehlinformationen, Vorurteilen oder einer verzerrten Darstellung des Islam.
Derartige "Behauptungen und Hetze" basieren auf offiziellen Informationen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, welcher eine Seite zum Theman "Salafismus" betreibt. Ich hatte den Link auch meiner Ausgangsfrage beigefügt, füge ihn hier aber gerne noch einmal an: Radikalisierung erkennen - Antworten auf Salafismus
Bedingt: Zwei Freunde sind zu Putin-Verstehern mutiert und es ist nahezu kein vernünftiges Gespräch mehr möglich mit denen. Nebenbei kommen die eh nach 3 Sätzen wieder auf der Thema was super nervig ist.
Ja, halte das schon für eine Art der Radikalisierung.
Naja, diese Art der Radikalisierung meine ich eigentlich nicht. Das ist aber auch nicht schön.
Und wie gehst Du mit diesen Extremisten um ? Ausgrenzen oder im Gespräch bleiben?