Mitarbeiter andauernd krank. Was kann man machen?
Eine meiner Mitarbeiterinnen, angestellt auf 520,-€ Basis, hat in den letzten 2 Jahren über 100 Fehltage mit Krankmeldung. Im letzten Fehlzeitengespräch gab Sie an, dass Sie private Sorgen hat und Sie auch der niedrige Verdienst von 520,-€ so stark belastet, dass dies Ihre körperliche Gesundheit beeinträchtigt und Sie dadurch ständig krank ist.
Am vergangenen Montag wurde Sie, während erneuter Krankschreiben, beim Einkaufen im Supermarkt gesehen. (nicht verwerflich, man muss auch wenn man krank ist einkaufen gehen). Sie trug dabei einen schwarzen Hosenanzug, Ihre Haare waren frisch gemacht, Sie war extrem geschminkt und zurechtgemacht.
Ich weiß aktuell keinen Rat mehr. Von den Arbeitsaufgaben sind wir Ihre belastungsmäßig schon auf ein Minimum entgegen gekommen. Auf Nachfragen sagt die Mitarbeiterin, dass Sie diese Aufgabe gerne erledigt. Eine Stundenaufstockung ist aus betrieblicher und auch gesundheitlicher Sicht (behindertengrad vorhanden) nicht möglich. Durch die enormen Fehlzeiten werden betriebliche Abläufe extrem gestört.
Eine Kündigung möchte ich eigentlich nicht aussprechen und werde ich auch wohl nur sehr schwer durchbekommen.
Habt Ihr Tipps?
Ideen?
6 Antworten
Leider kann ich keinen Rat geben, da viele der Details fehlen (was ich verstehe und auch nicht schlecht finde - sogar gut und pro Datenschutz/Anonomytät etc.) Leider macht das eine Einschätzung/Abwägung unmöglich für mich.
Wirklich schwierige Entscheidung.
Wenn du nicht Kündigen willst, hatste Pech.
Am ersten Tag ohne Krankenschein oder nach einer gewissen Zeit, welche es unzumutbar macht die Person weiter zu beschäftigten die Kündigung raus. Offenbar brauchst du die stelle eh nicht und musstst sie daher nicht neu besetzten oder besetzte sie unter anderem namen, dann bekommste auch die Kündigung aus Betrieblichen Gründen durch. Bei einer Minujobberin ist das eh nochmal einfacher als bei einer Langjährigen voll oder Teilzeitangestellten.
Weg damit oder nicht jammern
Wenn jemand - trotz einer Arbeitsbelastung, die bereits auf ein Minimum reduziert ist - aus gesundheitlichen Gründen nicht kann, oder vielleicht auch nicht will (aus der Entfernung lässt sich das nicht einschätzen) - dann bist Du als Arbeitgeber dagegen machtlos.
Dir bleibt tatsächlich nur die Wahl, entweder die Mitarbeiterin trotz häufiger Fehlzeiten weiterzubeschäftigen (dann sind die 520,- Euro Entgelt + Nebenkosten im Kern eine soziale Tat für einen bedürftigen Menschen - weniger ein ernsthafter Arbeitslohn), oder Du kannst bei mehr als 6 Krankheitswochen pro Jahr wegen Unzumutbarkeit kündigen.
Die "Goldrandlösung" (Hokuspokus - die Mitarbeiterin ist gesund und fit und motiviert und geht regelmäßig und gut ihrem Minijob nach) wird eine reine Wunschvorstellung bleiben.
Aus meinem Arbeitsleben habe ich gelernt, dass wenn man kündigen möchte, dann geht es auch. Ich denke, dass du erleichtert sein wirst, wenn du die Dame los bist und dich fragen wirst, warum du das nicht schon eher gemacht hast. Besser wird es sicher nicht werden, sondern da wird noch das eine oder andere Ding kommen.
Unten schrieb jemand Betriebsarzt - genauso würde ich mich auch absichern.
Betriebsarzt einschalten, Integrationsamt dabei holen, dampf machen.