Kommunismus und Demokratie ist das vereinbar?
33 Stimmen
18 Antworten
Schwierig. Grundsätzlich ist es möglich. Aber praktisch eher nicht.
Kommunismus bedeutet ja das man für die Gesellschaft produziert und dann von der Gesellschaft bekommt. Alles geht in einen Topf und jeder bekommt seinen Anteil daraus.
Problem: das muss geplant werden. Sonst produzieren alle das was sie am liebsten wollen und an anderer Stelle mangelt es.
Diese Planung müsste dann demokratisch ablaufen. Und genau das ist eigentlich ziemlich unsinnig. Es müsste ein Bedarf ermittelt werden. Für so ziemlich alles. Und dann muss man wählen ob der Bedarf OK so ist oder nicht.
Gleichzeitig muss man die Ressourcen im Auge behalten.
Das sind alles Dinge die ottonormalmensch nicht wirklich überschauen kann. Mit Parteien kann man das natürlich regeln und diese steuern dann die Planung im kleineren Kreise.
Imgrunde ist diese planende Instanz dann ein Staatsorgan.
Dieses wird aber benötigt. Irgendwer muss zwangsläufig die Produktion und den Verbrauch überwachen und entscheiden was benötigt wird und wie man die Ressourcen am besten einsetzt.
Ohne das ist Kommunismus auf einer grössenordnun von Staaten unmöglich umzusetzen.
Ja. In kleinem Kreise bei dem man an eine Tisch sitzen kann und das besprechen kann und gemeinsam entscheiden kann was gemacht wird. Geht das locker.
Sobald das aber nicht mehr möglich ist wird es schwieriger.
Wobei sich an den Tisch setzen und alles besprechen und jeweils ein Kompromiss finden, ist eigentlich wieder Demokratie.
Korrekt. Wenn's keine Demokratie ist und es einen bestimmer gibt funktioniert das auch im größeren in der Theorie. Nur gibt es da das Problem des Faktor Menschen.
Am besten würde sich da ne künstliche Intelligenz anbieten oder Algorithmen die aus den Daten eine optimale Verteilung berechnen können.
Jeder macht was er möchte ist die schlechteste Option Kommunismus zu betreiben. Das funktioniert nur im kleinsten rahmen.
Kommunismus ist in erster Linie eine Wirtschaftsform. Keine Regierungsform nach meiner Ansicht.
Die Größe der Gesellschaft ist doch egal! Es kommt auf die Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft an. Und dank der heutigen technischen Möglichkeiten (Internet!) dürfte es kein Problem sein, Abstimmungen mit Millionen von Beteiligten durchzuführen.
Nein es ist nicht egal. Denn eine große Gesellschaft beinhaltet in aller Regel mehre Subkulturen usw., was einen Kompromiss immer erschwert. Auch sind die Ziele einzelner Gruppen unterschiedlich. Je mehr Gruppen es gibt desto schwer eine Kompromissbildung.
Das ist eine Allerweltstheorie. Schon in einer Gruppe von 100 menschen hast Du praktisch alle Charaktere und alle Leidenschaften der Menscheit versammelt. Wenn die Gesellschaft größer wird, kommen nicht ganz neue menschliche Verhaltsnsweisen hinzu, die Gruppen werden nur größer.
300 Millionen Menschen können ein EU-Parlament wählen, warum dann nicht auch Fragen wie z.B.: "Mehr klimaschädliche Autos produzieren, oder lieber mehr Arbeitskräfte in die Altenpflege?"
Hängt jetzt davon ab wie man den Kommunismus aufzieht.
Wenn man Parteien wählt die dann mehr klimaschädliche Autos verhandelt. Oder sich mit mehr Arbeitskraft in der Altenpflege einsetzt.
Dann dürfte das gehen.
Wenn's aber ohne das funktionieren soll dann geht das nicht.
1. Wer reicht diese Fragen ein?
2. Sind diese zu vage. Es geht noch darum nur mehr Autos zu produzieren. Sondern darum wieviele Autos im Zeitraum X gebraucht werden.
Und wenn man keine DDR Verhältnisse habe möchte muss man gute Prognosen liefern.
In ihreren jeweiligen Idealen Vorstellungen, nein.
Kommunismus hat ein bestimmtes Ziel an dem alle mitarbeiten müssen.
In der Demokratie geht es darum, dass die Interessen jeder Gruppe berücksichtigt werden. Auch von Leuten, die eben nicht an einem gemeinsamen Ziel arbeiten wollen.
In der Realität ist es natürlich vereinbar, nur eben nicht in Reinform.
Es wäre ein Kompromiss, so wie wir zur Zeit ja auch nicht in einer idealen Demokratie (die es auch nicht geben kann) leben, sondern auch in einem Mischmasch aus Demokratie/Diktatur/Kommunismus.
Der Kommunismus kennt nur eine "demokratische Diktatur des Volkes". Freie und allgemeine Wahlen wären weiterhin ausgeschlossen.
Es gäbe einen fundamentalen Widerspruch zwischen den Herrschaftsinteressen. Denn die Kommunistische Partei will die Alleinherrschaft. Das Volk mit seinen unterschiedlichen Interessensgruppen will einen Anteil an der Herrschaft. Die Frage wäre also: Welches Volk vertritt die Kommunistische Partei? Nur die Bauern, nur die Arbeiterschaft, nur die Intelligenz? Die Kommunistische Partei müsste sich verändern, sich anderen Bevölkerungsgruppen öffnen. Sie wäre nicht mehr allein die Partei des Proletariats.
Diesen Spagat hätte der Kommunismus nie geschafft. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Kommunistische Partei zu einer Massenbewegung wurde, wenn sich jeder mit der KP identifiziert. Dann wird aber jede STASI überflüssig. Die alte KP verliert allmählich die Kontrolle über das Volk. Dies war ja in den letzten Tagen der DDR der Fall.
Nein. Im Kommunismus muss alles geplant werden, auch die Wirtschaft usw. Das wäre in einem demokratischen System unmöglich, weil es dafür eine zentrale Autorität braucht, die nicht abgewählt werden kann.
Deswegen macht der neu erfundene "demokratische Sozialismus" bzw. "demokratische Kommunismus" auch überhaupt keinen Sinn.
Das allerwichtigste ist das es im Kommunismus keine zentrale Autorität mehr gibt genau deswegen heißt das Ding nämlich so.
Ihr dürft nicht immer die Stalinistischen Diktaturen mit dem Kommunismus verwechseln.
Wenn es keine zentrale Autorität mehr gibt ist das Anarchismus und nicht Kommunismus.
Vergleichen kann man beides miteinander. Und dann wird man feststellen, dass es da viele Unterschiede gibt.
Ich denke die Größe einer Gesellschaft ist das ausschlaggebende Kriterium, ob es geht oder nicht.