Hatten die meisten von euch kein schwieriges Leben?
Also ich habe das Gefühl, dass ich mit meinen negativen Erfahrungen hier alleine bin. Lese jedes Mal, dass keiner von euch solche negativen Erfahrungen wie ich gemacht hat.
Mein Werdegang ist anscheinend ziemlich verstörend. Was ich erlebt habe, glaubt mir irgendwie keiner. Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, die hinterlistig waren, gewalttätig waren, andere gemobbt haben usw. Und ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen.
Wie verschieden wir doch alle sind.
7 Antworten
Mein Vater ist vor einem halben Jahr im Krankenhaus verstorben. Ich habe ihn im Koma liegen sehen nachdem die Ärzte stundenlang versuchten ihn zu reanimieren.
Ich bin jeden Tag dorthin, bis die Geräte abgeschaltet wurden. Das war in meinem ersten Urlaub in dem Jahr gewesen. In dem Krankenhaus, in dem ich gearbeitet habe. Eine Etage über mir.
Ich bin nur 3 Wochen danach weg geblieben und bin von da an jeden Tag zur Arbeit. Jeden Tag bin ich den Weg entlang gelaufen, wo er mich damals immer freudenstrahlend empfing und abgeholt hat.
Und zu allem Überdruss hat eine Kollegin (Vertretung der Chefin) nichts Besseres im Sinn als mich für die 3 Wochen Fehlzeit anzukreiden, wo mein Vater doch verstorben war und noch dazu warf sie mir schlechte Leistung vor, da es nur in ihrem Interesse lag, ihre Fehler mir unterzujubeln.
Ich frag mich bis heute wie ich es dort noch so lange ausgehalten habe. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nun woanders arbeite.
Da ist meine Kindheit, die in der Schulzeit von Gewalt und Mobbing geprägt waren hingegen ein Witz gewesen...
Ich hab durchgängig fast nur scheiße erlebt. Die guten Dinge, die mir widerfahren sind, sind Dinge, wofür ich sehr hart gearbeitet und entsprechend dann auch Gutes bekommen habe.
Und ja, auch ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Und ja, viel Geld hatten wir auch nie.
Möchtest du noch mehr lesen oder reicht dir das als Antwort, dass du nicht der einzige Mensch mit einem schwierigen Leben bist? Ich kann dir nicht nur von mir, sondern auch von Freunden harte Schicksalsschläge berichten.
Ich hab gehört, dass diese Abteilung im Krankenhaus wahrscheinlich dicht machen würde und sie zu einem MVZ werden würden. Das heißt mehr Arbeit und weniger Geld. Das war für mich auch ein weiterer Grund, dort abzuhauen, aber halt nicht der Hauptgrund. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder das bekommt, was er braucht. :)
Danke, das wünsche ich dir auch!
Naja, jeder hat sein Päckchen im leben zum Tragen. Nicht jeder mag offen darüber reden. Ich habe 16 Jahre in ner Hölle gelebt. Mit 16 hab ich zum ersten Mal gelernt was Liebe ist und was Familie ist. Davor war ich in zwei verschieden Pflegefamilien. Bei der zweiten wurde ich 10 Jahre missbraucht und ähnliches. Selbstmord Versuch war auch dabei. In der Schule hatte ich es nie einfach….
Zeig mir einen Menschen, der es nie schwer hatte... ich denke, wir tragen alle unseren Rucksack an Problemen aus der Vergangenheit mit uns herum.
Von diesem "Vergleichen, wer es im Leben am schwersten hatte" halte ich persönlich nicht viel. Und das, obwohl ich da meistens "gewinnen" würde.
Aber was bringt so ein Vergleich, außer dass er unsere Opferrolle manifestiert?
Ich bin stolz auf das, was ich trotz der Hindernisse in meinem Leben erreicht habe.
Anderen Menschen mitzuteilen, wie schwer ich es hatte, um mich selbst zu erhöhen und mich in ihrem Mitleid und in ihrer Bewunderung zu suhlen, käme mir heute sehr schwach vor.
Es geht ja nicht darum, sich in die Opferrolle zu begeben, sondern darum, auf Verständnis zu stoßen. Viele haben keine Empathie und stempeln andere gleich ab. Und es gibt ja Menschen, die es deutlich schwieriger hatten als andere Menschen. Ich finde diese Vergleiche nicht unbedingt sinnlos.
Das unterliegt ja stark einem subjektiven Empfinden. Also jemand, der alles in den Hintern geschoben bekommt, kann zum Beispiel den Wunsch der Eltern, sich ein bisschen mehr Mühe in der Schule zu geben mit der Bitte, wenigstens eine halbe Stunde am Tag über den Schulstoff zu schauen, als Repressalie empfinden.
Ich glaube, je mehr man hat, desto "wehleidiger" wird man.
Selbst Könige behaupten manchmal, dass ihre Krone so schwer sei.
Dennoch gibt es Menschen, mit deren Situation die meisten anderen nicht tauschen wollten.
Ach, was schreibe ich so viel um den heißen Brei? ^^ Ich hatte im Groben und Ganzen kein schwieriges Leben. 🙂
Naja, aber wenn jemand regelmäßig geschlagen wird, in der Schule gemobbt wird und sich kaum etwas leisten kann, dann ist es schon objektiv ein sehr schlechtes Leben.
Ja, sagen wir so: Der stabilste Charakter würde da einknicken, bzw. hat der Charakter in solchen Fällen gar nicht die Chance, sich stabil zu entwickeln.
Ich sag ja, dass es Menschen gibt, mit denen niemand die Plätze tauschen wollen würde. Körperliche Unversehrtheit und gesättigte Grundbedürfnisse sollten Grundvoraussetzungen sein.
Wobei selbst das mit dem Mobbing könnte theoretisch im Resumee nicht im Vordergrund stehen. Wenn jemand zum Beispiel 50 Jahre alt ist und 2 Jahre gemobbt wurde und besonders in den letzten Jahren sehr glücklich gewesen ist, könnte er über die Zeit des Mobbens hinweg sehen.
Ich glaube allgemein, dass für eine Bewertung besonders die jüngste Vergangenheit von Belang ist oder das war wirklich so heftig und so andauernd, dass man psychische Schäden davon getragen hat, die man nicht verarbeitet sondern nur verdrängt hat. Aber auch da kann man es sich theoretisch schön reden, als Schutzreflex sozusagen, um sich vor der Auseinandersetzung zu drücken.
Meine Mutter und ihre Geschwister wurden zum Beispiel in ihrer Kindheit übel vom Vater (also meinem Opa) zugerichtet. Meine Mutter redet sich zum Beispiel ein, dass er nichts dafür kann, weil ihm im Krieg ein Granatsplitter am Kopf getroffen haben soll.
Ich weiß nicht was du bis jetzt erlebt hast und als schwieriges Leben bezeichnest, aber jeder hat "sein Päckchen zu tragen". Jeder macht gute, sowie auch schlechte Erfahrungen im Leben, welche überwiegen entscheidest du.
Habe ich ja geschrieben. Mobbing, Gewalt, wenig Geld usw.
Kenne ich auch alles aus meiner Kindheit und noch mehr, weil ich älter als du bin.
Mein Beleid. Ja, mit empathielosen Führungspersonen habe ich auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hoffe so sehr, dass immer mehr Leute kündigen und diese Betriebe pleite gehen bzw. nicht genügend Mitarbeiter finden. Karma ist eine B*tch.
Wünsche dir alles Gute im Leben :)