Hafermilch kocht plötzlich über, nach wegnehmen vom Herd?
Ich habe kürzlich Hafermilch erhitzt. Als die Milch zu dampfen begonnen hat, habe ich sie vom Herd genommen. Eine halbe Sekunde danach kocht sie plötzlich auf das 10 Fache Volumen über, obwohl der Topf bereits in der Luft war.
Wie kommt sowas? Sowas habe ich noch nie erlebt.
5 Antworten
Als du den Topf vom Herd genommen hast, war in der unteren Schicht der Hafermilch gerade eben die Siedetemperatur erreicht und es haben sich die ersten Dampflasen gebildet, die aber noch am Boden anhafteten. Das sieht man auch bei klarem Wasser, wennman das kocht, dass sich am Boden zuerst kelien Dampfblasen bilden, die noch am Topfboden haften bleiben.
Als du den Topf bewegt hast, haben sich die alle gelöst und es sind durch die Resthitze im Topfboden noch weitere Dampfblasen entstanden. Durch die Zähigkeit der Milch können die gelösten Dampfbläschen aber nicht bis zur Oberfläche aufsteigen sondern bleiben in der Flüssigkeit drin und blähen diese dann gewaltig auf. Das ist derselbe Effekt, warum eine Sektflasche beim Öffnen überschäumt oder warum Vulkane heftig explodieren. Immer sind es Gasbläschen, die das Volumen schlagartig erhöhen.
Es kann zum Siedeverzug kommen. Flüssigkeit erhitzt sich dabei bis über den Siedepunkt. Dann kann eine spontane Ursache (den Topf schnell zu bewegen) dafür sorgen, dass die Flüssigkeit schlagartig siedet. Außerdem wird ja nicht sofort die Wärmezufuhr unterbrochen, wenn du den Topf vom Herd nimmst, da der Topf selber immer noch heiß ist.
Vielen Dank für die Antwort, sowas in der Art hatte ich auch vermutet, ich wusste nur nicht wie man es nennt
Beim Kochen von Haferflocken kann es keinen Siegesverzug geben, da es genügend Siedekeime gibt.
Als Erklärung bleibt nur die gespeicherte Wärme des Topfes.
Dann hattest Du zuletzt wohl vermutlich die Herdplatte auf zu hoher Stufe und der Topfboden hatte in sich dabei schon mehr als die zum Überkochen nötige Energiemenge in sich gespeichert .
Vermutlich wäre die "Milch" daher so oder so übergekocht .
Siedeverzug sehe ich hier bei Erwärmung von "unreinen" Flüssigkeiten in normalem Kochgeschirr wegen der meist nicht absolut glatten Oberfläche des Kochgeschirrs und der in Hafermilch enthaltenden Nukleationskeime ( feinste Festpartikel ) auch als unwahrscheinlich in der Ursachenbegründung an .
Einfach zu viel Energiezufuhr von der Herdplatte in den Topfboden ( insbesondere bei dicken Sandwichböden ) unmittelbar vor Erreichung des Siedepunktes . Für eine alleinursächliche Siedeverzögerung müßte da schon eine sehr hohe Wassersäule dieser "Milch" als statischer Gegendruck gegenüber gestanden haben .
wie schon erwähnt: Siedeverzug. Die Bewegung des Anhabens des Topfes hat das Sieden dann ausgelöst, auch Umrühren hätte das bewirkt.
Ist auch der Grund, warum man beim Erhitzen einer Flüssigkeit in der Mikrowelle einen Löffel ins Glas stellen soll.
Beste Antwort, was danach kam stimmt nicht. Dazu braucht man keinen Siedeverzug.