Der Identitätsdiebstahl und das Missbrauchen persönlicher Daten sind in Deutschland im Strafgesetzbuch (StGB) geregelt. Die relevanten Straftatbestände sind:
1. § 263 StGB – Betrug:
• Wenn jemand in deinem Namen Bestellungen vornimmt oder Verträge abschließt, ohne deine Erlaubnis, könnte dies als Betrug gewertet werden. Betrug liegt vor, wenn jemand mit Täuschungshandlungen einen Vermögensvorteil erlangt und dabei einen anderen schädigt.
2. § 202a StGB – Ausspähen von Daten:
• Falls der Täter unbefugt auf deine persönlichen Daten zugreift, etwa durch Hacking oder Phishing, um deine Identität zu missbrauchen, könnte dies unter den Straftatbestand des Ausspähens von Daten fallen.
3. § 269 StGB – Urkundenfälschung:
• Wenn jemand in deinem Namen eine gefälschte Urkunde oder ein gefälschtes Dokument erstellt, um eine Bestellung oder einen Vertrag abzuschließen, könnte dies als Urkundenfälschung gelten.
4. § 204 StGB – Missbrauch von Ausweispapieren:
• Wenn jemand deine Identitätsdokumente oder andere Ausweispapiere verwendet, könnte dies eine Straftat nach § 204 StGB darstellen.
Straftatbestände greifen in Fällen von Identitätsdiebstahl und Missbrauch persönlicher Daten. Die genaue Straftat hängt von den Umständen des Falls ab (z. B. ob es um betrügerische Bestellungen, das Ausspähen von Daten oder die Fälschung von Dokumenten geht).
Wenn jemand in deinem Namen Bestellungen tätigt oder deine Identität missbraucht, gibt es verschiedene rechtliche Schritte, die du unternehmen kannst, um dich zu wehren:
1. Anzeige bei der Polizei erstatten:
• Identitätsdiebstahl ist eine Straftat. Du solltest daher umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Polizei wird den Vorfall untersuchen und kann bei der Aufklärung des Falles helfen.
2. Sofortige Benachrichtigung der betroffenen Unternehmen:
• Setze dich mit den Unternehmen in Verbindung, bei denen Bestellungen in deinem Namen vorgenommen wurden. Informiere sie über den Identitätsdiebstahl und fordere sie auf, die Bestellung zu stornieren oder den Vertrag zu annullieren. Oftmals werden Unternehmen Kooperationen mit den Strafverfolgungsbehörden haben.
3. Meldung bei der Schufa und anderen Auskunfteien:
• Du kannst die Schufa und andere Auskunfteien informieren, damit sie deinen Fall dokumentieren. Es ist wichtig, dass du ein sogenanntes „Sperrmerkmal“ einrichtest, um zu verhindern, dass in deinem Namen weitere Kredite oder Verträge abgeschlossen werden.
4. Rechtliche Beratung einholen:
• Ein Anwalt für IT-Recht oder Datenschutzrecht kann dir helfen, deine Ansprüche durchzusetzen, insbesondere wenn du Verluste erlitten hast oder der Identitätsdiebstahl größere Konsequenzen für dich hat.
5. Zivilrechtliche Ansprüche prüfen:
• In vielen Fällen hast du Anspruch auf Schadensersatz, wenn jemand in deinem Namen Bestellungen tätigt oder deine Identität missbraucht. Du könntest versuchen, den Schaden auf zivilrechtlichem Weg geltend zu machen.
6. Identitätsdiebstahl überwachen:
• Es gibt auch spezialisierte Dienste, die Identitätsdiebstahl überwachen und dir helfen können, schnell zu reagieren, falls deine persönlichen Daten erneut missbraucht werden.
7. Änderung deiner Passwörter und Sicherheitsmaßnahmen:
• Überprüfe alle deine Online-Konten und ändere Passwörter. Wenn du davon ausgehst, dass deine Daten durch einen Hackerangriff oder Phishing gestohlen wurden, solltest du auch deine Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, etwa durch Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Indem du diese Schritte befolgst, kannst du dich rechtlich und praktisch gegen Identitätsdiebstahl und Bestellungen in deinem Namen wehren.