Wie schaffen Narzissten es alle Leute im Umfeld denken zu lassen Sie wären unschuldig und warum sind sie so nachtragend?

16 Antworten

Du schilderst mit großem Ernst eine wirklich schwer zu handhabende Problematik. Schuldzuweisungen sind bekanntlich hochgradig kontraindiziert für jede Art therapeutischer Bemühungen. Folglich kann es im Rahmen dieses Forums eigentlich nur um Schadensbegrenzungen gehen.

Deiner Mutter wäre sicher mit einer seriösen Gruppentherapie (Gestalttherapie oder Psychodrama) ein Weg zu einer dauerhaften Besserung möglich. Doch dir ist gewiss bewusst, dass alle Psychotherapie die Einsicht in die eigene Behandlungsbedürftigkeit voraussetzt. Man kann es ihr also schwerlich anraten.

Doch was bleibt nun dir zu tun übrig? Ich denke zum einen der Aufbau einer Distanz, die sich zurückzieht in eine Form der alternativen Lebensgestaltung. Vermeide tunlichst fortan jede Form der Anklage und alle Schuldzuweisungen. Es ist viel besser den Leidensdruck des anderen schlicht anzuerkennen, aber ohne das Tun und Handeln des anderen der eigenen Person gegenüber gut zu heißen. Die Kontakte zu deiner Mutter solltest du stark reduzieren, ja vielleicht sogar weitgehend einstellen. Als Argumente ließen sich vortragen: "Wir leben in einem Beziehungssystem, das von etlichen unguten Erinnerungen belastet ist, wir haben keine rechten Strategien zur Verfügung, was die wechsleseitigen Vorwurfsmomente vermeiden kann, und folglich ist es für alle Beteiligten weit besser, den Störmöglichkeiten keine neue Nahrung zu bieten."

Briefe deiner Mutter solltest du nicht mehr lesen. Gib sie einer guten - in die Problematik eingeweihten - Freundin, die die Briefinhalte auf relevante familiäre Nachrichten kurz durchschaut, die aber alle von deiner Mutter weiterhin sicher geäußerten Vorwürfe und Anklagen herauslässt. Selber solltest du deiner Mutter gelegentlich schreiben, dass du für dich entschieden hättest ein neues Leben in einer positiven Grundhaltung auszuprobieren. Du wolltest neue Freundinnen und Freunde finden, die dich so akzeptieren, wie du bist, und dir läge daran, dich von alten Belastungsmomenten und unguten Erinnerungen zu befreien. Gegen so einen Lebensplan kann man schwerlich etwas einwenden, so dass du dadurch auch keine weiteren Schuldgefühle mehr aufbauen wirst. Auch die Beziehung zu den Brüdern solltest du in ähnlicher Weise reduzieren. Jeden Vorwurf von deren Seite einfach abpuffern. Nicht versuchen zu widerlegen, sondern mit ganz neutralen Aussagen ins Leere laufen lassen: "Ja, das ist nun deine Sicht; meine ist etwas anders und ich muss jetzt schauen, dass ich mein Leben neu arrangiere, und wir sollten versuchen, die Dinge der Vergangenheit auf sich beruhen zu lassen."

Bilanz: Distanz ist nach meinem Dafürhalten in dieser Situation die beste Strategie. Sie muss natürlich begleitet sein von einer völligen Unterlassung jeglicher Vorwürfe und Anklagen, weder der Mutter noch den Brüdern gegenüber. Es ist erstaunlich wie wirkungsvoll es sein kann, wenn man sich nicht auf die drohende Konflikt- und Kampfsituation einlässt, sondern ganz entspannt von seinen neuen Lebensplänen spricht, von der geänderten Weltsicht, die primär die lange unterdrückten Harmoniebedürfnisse berücksichtigen will. Auch bei Beschimpfungen nur "aus dem Felde gehen" wie Lewin sagte. Einfach gehen - ohne Gegenrede.

Vielleicht kannst du mit so einem Ansatz einiges zum besseren wenden.

Ich kenne nicht die Details (und die gehen mich auch nichts an), aber wenn ich mit einer anderen Person nicht klarkomme, stelle ich mir selbst immer zuerst diese zwei Fragen:

  • bin ich vielleicht auch so und merke es nur nicht (Splitter/Balken)?
  • warum wende ich mich nicht einfach ab und gehe, ohne zurückzuschauen?

Sich selbst so eine Frage ehrlich zu beantworten ist nicht leicht, weil man dazu ins eigene Innere schauen muss, aber es lohnt sich. Es ist nicht gerecht, wenn es einem nicht gut gehen soll, nur weil jemand anders nicht funktioniert; aber Gerechtigkeit ist leicht zu erlangen, wenn man selbst funktioniert und seinen Weg geht - dann muss man auch keine Diagnose stellen oder den Grund verstehen.

Narzissten haben von klein auf gelernt, zu lügen, was das Zeug hält. Sie haben von klein auf gelernt, sich zu verstellen und zu schauspielern. Deshalb können sie so gut manipulieren. Nachtragend sind sie, weil sie keinen Selbstwert haben. Wer mit einem narz. Elternteil aufwachsen musste, hat meist eine Persönlichkeitsstörung.

Du machst jedoch einen sehr, sehr großen Fehler und ich kann nicht wirklich verstehen, weshalb deine Therapeuten nicht eingreifen: Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass Boderline eine Traumafolgestörung ist und ein Trauma nur dann heilen kann, wenn es in der Vergangenheit liegt, sprich, wenn es keinen Täterkontakt mehr gibt. Du hast aber immer noch Kontakt zu einem Täter. Sagt dir das keiner, oder ignorierst du das? Warum brichst du den Kontakt zu ihr und deinen Brüder (Mittäter) nicht ab? Ich sag dir eins: Solange du zu deiner Familie noch Kontakt hast, hast du keine Chance auf Heilung.

Rede mit deinen Brüder und sag ihnen sie sollen dir glauben. Sag einfach was würde es mir bringen wenn ich lüge? Dann denkt ihr schlecht über Mama und wieso sollte ich wenn sie immer nett zu mir war, was schlechtes über sie verbreiten? Überzeuge sie und versuche sie so zu manipulieren, dass sie dir glauben. Und lasse deine Mutter in Ruhe, denn sie wird sich schon irgendwann entschuldigen oder es zumindestens bereuen, wenn sie sieht was sie falsch gemacht hat. Du musst es schaffen bei ihr so ein Klack im Hirn auszulösen. Wenn sie aber weiter anfängt zu manipulieren, brich den Kontakt ab und berede mit ihr nur das wichtigste


RUBYNIA10  29.07.2020, 09:37

Wenn die Mutter Narzisst ist , wird sie NIEMALS etwas einsehen oder gar bereuen ! Ein Narzisst sorgt schon dafür , daß niemand jeh seine Lügen infrage stellen wird ...denn jeder "normal fühlenden und denkende" Mensch würde sofort fragen "Warum sollte sie (die Mutter) sich soetwas ausdenken ?" . . . Das ist es ja ,was es so schwehr macht , Hilfe oder Verständnis zu finden. Und es ist völlig egal , ob man als Tochter "beweisen und dokumentieren" kann , dass es pure Intriege und Lüge ist , denn der Narzisst spielt so glaubhaft dramatisch das Opfer , daß Keiner wissen will , was du (böse Tochter) dazu zu sagen hättest. Ist leider so .

0

Mir geht es genauso. Meine narzisstische Mutter hatte mich von Grund auf zerstört und ich arbeite seit Jahrzehnten daran, mich wieder "hinzukriegen".

Mein Vater ist ihr hörig und hat immer zu ihr gehalten, ganz egal was sie mir antat. Sie hätte mich umbringen können, und er hätte noch gesagt, dass ich es selbst Schuld gewesen wäre. -

Ich habe leider nur eine sehr allgemeine theologische Antwort dafür: Narzissten befinden sich in der (geistlichen) Finsternis. Zumindest im Verhältnis zu dieser Finsternis, befindet sich das Opfer des Narzissten im Licht. Und natürlich guckt man auf den im Licht, denn den kann man ja sehen, während die Person, die in der Finsternis ist, sich in der Finsternis verstecken kann, und ihre bösen Taten auch.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung