Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen sich gegen den Beitritt zu den Zeugen Jehovas oder sogar für einen Ausstieg aus der Organisation entscheiden. Hier sind einige der wichtigsten Punkte:
1. Strenge Kontrolle und soziale Isolation
• Die Zeugen Jehovas haben strikte Regeln für das tägliche Leben, darunter Einschränkungen bei Freundschaften und Beziehungen zu Außenstehenden („Weltmenschen“).
• Wer die Gemeinschaft verlässt oder ausgeschlossen wird, erlebt oft sozialen Druck und wird von Familie und Freunden gemieden („Gemeinschaftsentzug“).
2. Einschränkung der persönlichen Freiheit
• Geburtstage, Weihnachten und andere traditionelle Feiertage werden nicht gefeiert, da sie als heidnisch gelten.
• Bluttransfusionen sind verboten – selbst in lebensbedrohlichen Situationen.
• Politische Beteiligung, wie Wahlen oder Militärdienst, ist untersagt, da sie als unvereinbar mit Gottes Königreich angesehen wird.
3. Hohe Anforderungen an Mitglieder
• Regelmäßige Teilnahme an Versammlungen und aktive Missionstätigkeit (Predigtdienst) werden erwartet.
• Viele Mitglieder berichten von erheblichem Druck und Schuldgefühlen, wenn sie den Anforderungen nicht nachkommen.
4. Kritischer Umgang mit Wissenschaft und Bildung
• Höhere Bildung wird oft nicht gefördert, da sie als potenzielle Gefahr durch „weltliche Einflüsse“ gesehen wird.
• Die Zeugen Jehovas vertreten eine kreationistische Sichtweise und lehnen die Evolutionstheorie ab.
5. Autoritäre Struktur und fehlende Meinungsfreiheit
• Die Leitende Körperschaft in den USA trifft alle wichtigen Entscheidungen. Kritik an ihr wird nicht geduldet.
• Änderungen in den Lehren erfolgen ohne Mitsprache der Mitglieder, was zu Unsicherheiten führen kann.
6. Fehlgeschlagene Weltuntergangsprophezeiungen
• Die Organisation hat mehrfach das Ende der Welt vorhergesagt, unter anderem für 1914 und 1975. Keine dieser Vorhersagen trat ein.
7. Umgang mit Kindesmissbrauch
• Mehrere unabhängige Untersuchungen, darunter die australische Royal Commission (2017) und die deutsche Untersuchungskommission für sexuellen Missbrauch, haben belegt, dass Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb der Organisation häufig intern behandelt und nicht an staatliche Behörden gemeldet werden.
• Die sogenannte Zwei-Zeugen-Regel besagt, dass eine Anschuldigung nur dann als glaubwürdig gilt, wenn es zwei Zeugen gibt – was bei sexuellem Missbrauch oft nicht möglich ist. Kritiker werfen der Organisation vor, dass diese Regel Täter schützt und Opfer zum Schweigen bringt.
• Ehemalige Mitglieder und Betroffene berichten, dass sie unter Druck gesetzt wurden, Missbrauch nicht außerhalb der Gemeinschaft bekannt zu machen. In mehreren Ländern gab es Gerichtsverfahren und Verurteilungen wegen Vertuschung solcher Fälle.
8. Abweichende Bibelauslegung
Die Zeugen Jehovas unterscheiden sich in ihrer Interpretation der Bibel erheblich von anderen christlichen Glaubensgemeinschaften:
• Eigene Bibelübersetzung: Sie verwenden die Neue-Welt-Übersetzung (NWÜ), die an entscheidenden Stellen von anderen Bibeln abweicht.
• Gottes Name (Jehova): Der Name „Jehova“ wird konsequent in die Übersetzung eingefügt, auch an Stellen, an denen er im Urtext nicht vorkommt.
• Endzeitglaube: Die Zeugen Jehovas glauben, dass Jesus seit 1914 unsichtbar als König über Gottes Königreich regiert und dass bald Harmagedon kommen wird, um die Welt zu zerstören. Nur treue Zeugen Jehovas sollen in einer neuen Welt überleben.
• Strenge Regeln: Dazu gehören das Verbot von Bluttransfusionen sowie die Ablehnung politischer Beteiligung.
Die Zeugen Jehovas verlassen sich nicht auf individuelle Bibelauslegung, sondern folgen strikt den Anweisungen der Leitenden Körperschaft. Diese absolute Autorität und die eigene Bibelinterpretation führen dazu, dass sie von vielen als Sekte angesehen werden.
9. Schwieriger Ausstieg
• Wer die Organisation verlässt, riskiert den vollständigen Verlust sozialer Kontakte, da Familie und Freunde den Kontakt abbrechen müssen.
• Ehemalige Mitglieder berichten von psychischen Belastungen und der Angst vor sozialer Isolation.
Fazit
Die Zeugen Jehovas sind eine stark reglementierte Glaubensgemeinschaft mit strengen Vorschriften und einer eigenen Bibelinterpretation. Wer über einen Beitritt nachdenkt, sollte sich kritisch mit allen Aspekten der Organisation auseinandersetzen und die langfristigen Konsequenzen sorgfältig abwägen.
Nanana das ist Diskriminierung von Leuten aufgrund ihrer religiösen Überzeugung