Warum wird über die Widerspruchslösung diskutiert ( Organspende )?

6 Antworten

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Ich habe einen Bericht von einer Ärztin gelesen, die im OP Organe entnommen hatte, Alle Operateure standen mit Gummistiefeln wegen des Blutes im OP, die Person bekam Muskelentspanner, damit die Muskeln sich wegen der Eingriffe nicht zusammen zogen, auch Schmerzmittel und andere Medilamente werden verabreicht, falls die Person doch was merken sollte.

Eine Mutter gab ihren 20 Jährigen frei, als sie ihn nach der Organentnahme hatte, hatte er ein schmerzverzerrtes, entsetztes, vorwurfsvolles Gesicht, das die Mutter niemals vergessen konnte.

Das deckt sich mit dem Bericht der Ärztin, die dann den Beruf aufgegeben hat.

Ich selbst hab oft in der Pathologie bei Organentnahmen beibewohnt, allerdings waren die Menschen tot.

Selbst bin ich aus oben genannten Gründen gegen eine Organentnahme und würde auch kein anderes Organ beanspruchen wollen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Augenarzt, Gyn. Psychiatrie, Kardiologie, Allgemeinmedizin.

DianaValesko  26.06.2024, 02:09

Danke für den ⭐ich freue mich sehr, alles Gute für Dich.

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"Menschenleben sind zu wertvoll als auf sowas Acht zu geben" Was für ein Satz!

Auf was Acht zu geben, auf Menschenleben?! Der Mensch ist und darf keine Verfügungsmasse - letztlich für den Staat - sein.

Zustimmungslösung, und keinen Schritt weiter!

Woher ich das weiß:Hobby – Ich befasse mich gerne mit solchen Themen

Wir haben hier zu wenig Organspender, dass ist richtig. Nur mit einem gesetzlichen Zwang eine Richtlinie zu entwerfen, in dem jeder Mensch dazu verpflichtet ist, seine Organe zu spenden, da nin ich dagegen. Wenn jemand nicht spenden will, dann hat diese Person ein Recht darauf, die Ablehnung kannst du sogar im Organspendeausweis dokumentieren.


kugel  25.06.2024, 00:16

So wie jeder seine Zustimmung geben kann so kann auch jeder, im Umkehrschluss, ablehnen.

Es steht jedem frei, seinen Wunsch, nicht spenden zu wollen zu dokumentieren

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Weil es viel zu wenig Spenderorgane gibt. Zum einen, weil sie so egoistisch sind wie deine Mutter, zum anderen weil viele die Entscheidung einfach ignorieren, hinauszögern, sich gar keine Gedanken machen oder diese Entscheidung den Angehörigen überlassen.

Jeder, der nicht spenden möchte kann dies bei einer Widerspruchsregelung kund tun.

Damit man als Spender überhaupt in Betracht kommt, müssen ein ganzer Haufen Voraussetzungen und Vorgaben erfüllt werden.

Ich bin 50. Ich habe seit meinem 18. Lebensjahr einen Spenderausweis. Meine Kinder ebenso (und ihre Entscheidung viel schon lange vor ihrer Volljährigkeit)

Ich finde, das geht zu weit, was Du Dir da vorstellst.

Und ehrlich gesagt, finde ich es absurd, Schwerkranke um jeden Preis retten zu wollen, nur weil man es heutzutage kann - und auf der anderen Seite gesunde Menschen in Kriegen abzuschlachten...


kugel  25.06.2024, 00:17

Der Vergleich hinkt gewaltig.

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Dichterseele  25.06.2024, 00:37
@kugel

Nein, es fragt sich, wie sinnvoll es ist, Leben zu schützen...!

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kugel  25.06.2024, 00:41
@Dichterseele

Eine kaputte Niere? Ein kaputtes Herz? Die Hornhaut der Augen. Oder eine Lunge

Es ist ein Organ defekt aber nicht gleich der ganze Mensch/körper.

So streng die Vorgaben einer Spende, so streng die Vorgaben um es überhaupt auf die Liste zu schaffen

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Dichterseele  25.06.2024, 15:52
@kugel

Zwischen einer Hornhaut der Augen und einer Niere ist wohl ein Unterschied...

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kugel  25.06.2024, 16:18
@Dichterseele

Wo liegt der Unterschied? Es ist beides ein menschliches "Ersatzteil"

Du wirfst dein Auto auch nicht weg nur weil die Lichtmaschine im Eimer ist...

Zu sagen, wozu Menschen heilen wenn sie woanders erschossen werden ist schon etwas hm.

Oder, wie sinnvoll es ist, Leben zu schützen.

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Dichterseele  25.06.2024, 16:32
@kugel

Der Unterschied besteht darin, dass defekte Augen nicht zum Tod führen und eine Hornhaut-Entnahme und -Übertragung kein Ausschlachten des Körpers bedeuten.

Wenn der Scheibenwischer beim Auto defekt ist, tausche ich ihn aus - wenn der Motor kaputt ist und die Achsen verrostet, frage ich mich, ob sich das noch lohnt.

Ich meine, es wäre wichtiger, weltweit durch soziale Erziehung Menschen mit friedlicher Gesinnung heranzuziehen, als Herzen und Nieren zu verpflanzen.

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kugel  25.06.2024, 17:16
@Dichterseele
weltweit durch soziale Erziehung Menschen mit friedlicher Gesinnung heranzuziehen,

Davon werden Niere und Herz aber nicht gesund bzw ändert es doch nix an Erkrankungen

Einen Mensch sterben zu lassen obwohl es die Möglichkeit gibt, ihm ein wieder lebenswertes Leben zu ermöglichen (Beispiel Nieren und Dialyse) nur weil auf der Welt Kriege geführt werden ist schon ein irgendwie sehr kranker Gedankengang.

Also, ich schätze dich und deine Antworten hier sehr - deswegen irritiert mich deine Meinung halt umso mehr.

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Dichterseele  26.06.2024, 00:12
@kugel

Das habe ich so nicht gesagt, Du vermischst da zweierlei - aber einem alten Knacker ein neues Herz zu implantieren, damit er noch 1-2 Jahre länger leben kann, ist für mich pervers. In Indien werden Kinder für Organspenden geschlachtet und die Käufer argumentieren, die glauben ja sowieso an Wiedergeburt und die restliche Familie hat dann für einige Zeit genug zu essen...

Es geht mir auch nicht darum, Organspenden zu verbieten, sondern darum, zu hinterfragen, ob es wirklich sinnvoll ist, für jeden Kranken ein Ersatzteil zu haben.

Ich fände es wichtiger, flächendeckend eine gute fachärztliche Versorgung sicherzustellen - ich lebe am Land und muss 70km zur Kardiologie fahren, der einzige Augenarzt in 10km Entfernung schließt aus Altersgründen seine Praxis, es gibt nur eine Hautärztin, die Kassenpatienten behandelt (während Corona hatte eine Kollegin wegen Krankheit abgesagt, ich bekam nach 2 Jahren einen Termin) und das nächste Krankenhaus wurde trotz anderweitiger Versprechen geschlossen, ehe die neue Zentralklinik gebaut ist. Zahnärzte und Hausärzte nehmen keine neuen Patienten mehr auf, Orthopäden und Neurologen haben extreme Wartezeiten...

Und ja, als Pädagogin fände ich es wichtiger, verstärkt Friedenserziehung zu betreiben, als sich darüber aufzuregen, dass es zuwenige Organe für Transplantationen gibt. Denn gesunde Menschen, die massenweise in Kriegen umgebracht werden, sind ein weit größerer Verlust - abgesehen davon, dass es zuviele Menschen auf dieser Erde gibt und man die Bevölkerungsexplosion in manchen Gegenden eindämmen sollte.

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kugel  26.06.2024, 06:04
@Dichterseele

Danke für deine Erklärung.

Ist halt ganz Whataboutism.

Deinen Frust über so manche Missstände kann ich schon auch verstehen.

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