Sollte man bei 112 immer den Krankenwagen nehmen?
Ich habe gelesen, dass man den Notarzt und die Fehlfahrt selbst bezahlen (300-800€) muss, wenn man nicht mit den Krankenwagen in die Klinik fährt bei 112 als Unfallopfer (gegen ärztlichen Rat).
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur, wenn man beim Noteinsatz danach mit den Krankenwagen mitfährt. Wenn man nicht mitfährt, weigert sich die Krankenkasse. (bei Privat genauso, man muss aber zuerst bezahlen, wird erstattet danach bei Mitfahrt)
Dann bezahlt es jemand anderes, entweder selbst oder die Steuerzahler.
Was macht ihr?
Bei einem Notfall rufe ich 112 nicht an... = Bei einem Notfall lasse ich 112 nicht kommen...
8 Stimmen
6 Antworten
Also. Hier muss man mehrere Dinge mal gerade rücken:
1. Man muss in der Regel einen Rettungseinsatz NICHT selber bezahlen wenn man den Transport verweigert - zumindest nicht, wenn es das erste Mal vorkommt oder man anfangs dachte, den Rettungsdienst zu benötigen und es sich dann doch nicht als so wild herausstellt. So lange kein böswilliger Missbrauch des Notrufs vorliegt, wird in aller Regel da nichts draus gemacht - Ausnahmen wie gesagt in Einzelfällen möglich.
2. Man kann beim Notruf nicht irgendwas bestellen. Man ruft da an, die fragen die Situation ab und dann entscheidet der Disponent, was er schickt. Ob Krankenwagen, Rettungswagen, Notarzt in Auto oder Hubschrauber, du hast da als Anrufee keinen Einfluss drauf.
3. Abrechnung über die Krankenkasse erfolgt dann, wenn eine Leistung erbracht wurde und nur die kann abgerechnet werden. Der Rettungsdienst kann nur einen Transport oder in manchen Fällen eine Behandlung vor Ort abrechnen und das geht dann auch über die Kasse. Reine Fehleinsätze werden in der Regel nicht in Rechnung gestellt bzw. die Kasse zahlt auch, wenn der RD kommt, dich untersucht und was rät, du aber anderer Meinung bist (und bestenfalls den RD nicht mal selber gerufen hast). Es ist also allein von dieser Sache her gar nicht so einfach, Kosten für einen Einsatz privat in Rechnung zu stellen - was will man denn berechnen? Einen kompletten pauschalen Einsatz, wenn außer An- und Abfahrt gar keine Leistung erbracht wurde? Allein wegen dieser Unsicherheit ist es nicht üblich, Einsätze bei Transportverweigerung in Rechnung zu stellen.
Danke für deine ausführliche, informative Antwort.
Das ist eine der verwirrendsten Fragen die ich jemals gesehen hab.
Wenn du die "112" rufst, um einen medizinischen Notfall zu melden, schicken die immer (solange sie die Notwendigkeit dazu sehen) einen Rettungswagen. Das entscheidest auch nicht du, sondern der Disponent in der Leitstelle.
Der Notruf ist kein Bestellservice. Man ruft dort an und der Disponent fragt dich die 5-W-Fragen ab. Wenn er feststellt, dass du ein (mehr oder weniger) gravierendes medizinisches Problem hast, schickt er dir einen Rettungswagen. Sollte es extrem schlimm sein, kann er sich auch zusätzlich für ein Notarzteinsatzfahrzeug entscheiden.
Wenn man sich entschließt die 112 zu rufen, sollte das Problem immer so schlimm sein, dass sich die Frage garnicht mehr stellt, ob man mitfährt oder nicht.
Wenn man von Anfang an weiß, dass es nicht so schlimm ist, geht man zum Hausarzt oder ruft die 116117 !!!
PS: Bei einem echten Notfall rufe ich natürlich die 112 an. Ein echter Notfall ist beispielsweise ein Herzinfarkt, Autounfall, oder eine akute Atemnot.
Sorry, bin sehr müde und hatte heute einen Fall, wo ich gezögert habe 112 für jemanden anzurufen, weil ich Angst vor Krankenwagen-Kosten für mich selbst und für den Patienten hatte. Im Ausland muss man das irgendwie alles selbst bezahlen. Ich wusste nicht, dass es in Deutschland anders ist.
Der Krankenwagen kommt im Notfall (z.B. bei Verdacht auf Schlaganfall) nur nach Rücksprache mit der Einsatzzentrale. Er bringt einen dann in die nächstgelegene Klinik. In einem solchen Fall zahlt die Krankenkasse anstandslos.
Ja, und die anfallenden Kosten muss man dann selbst tragen.
Wenn ich die 112 anrufe, kommt zwar ein Krankenwagen aber ich richte mich da nach dem Arzt, wenn sie oder er sagt das man sich mal in der Notaufnahme durch checken lassen soll, dann fahre ich mit, man kann sich ja vor Ort immer noch dagegen entscheiden
Ich denke, wenn du dann nicht mitfährst, musst du dann selbst bezahlen. Auf jeden Fall wird es deine Krankenkasse nicht mehr bezahlen.
Versteh nicht so ganz was du mit "Wenn 112 kommt, dann.." meinst. Wenn ich der Meinung bin dass ich oder jemand anders einen gesundheitlichen Notfall hat, dann rufe ich da an. Ob dann ein Krankenwagen rauskommt oder nicht entscheidet doch dann die Leitstelle.
Es ist in diesem Beispiel davon auszugehen, dass es wirklich ein Notfall ist oder jemand mal vorbeikommen sollte. Also hat die Leitstelle entschieden.
Bei 112 kommt in den meisten Fällen ein Krankenwagen mit oder ein Personen-Transportwagen.
Wenn du für jemanden anrufst, musst du selbst bei den Kosten nichts befürchten, solange es nicht missbräuchlich war und es einen guten Grund (Notfall) hatte.
Gemeint ist also, wenn der Notarzt dann vor Ort ist, ob ich dann mit dem Krankentransport mit zum Krankenhaus fahren würde?
Es geht um das Unfallopfer. In diesem Beispiel bist du der Unfallopfer und kein Außenstehender. Keine Ahnung wie es bei Außenstehenden ist.
Also ja wenn der Notarzt vor Ort, ob du (als Unfallopfer) mit zum Krankenhaus fahren würdest? Nach ärztlicher Rücksprache Ja, aber für dich ist es nicht nötig. Ja, komische Frage, die ich gestellt habe, weil alle offensichtlich dann mitfahren würden 😥
Ja, aber wenn man sich danach weigert mitzufahren, wenn der Krankenwagen da ist, muss man dann die ganzen Kosten selbst tragen.