Innenanierung - diffusionsdichtes Dach mit dem richtigen Dämmmaterial versehen?
Hallo,
wir sanieren innen ein Haus und möchte in dem Zusammenhang das Steildach isolieren bzw. den Dachboden im Winter nicht sehr kalt haben und im Sommer nicht sehr warm. Desweiten soll das darunter liegende Stockwerk temperaturtechnisch wenig darüber beeinflusst werden bzw. nicht die Wärme übers Dach verloren gehen. Den Dachboden erreicht man über das Treppenhaus, welcher mit einer Tür versehen ist.
Es ist ein Haus aus den 70 er Jahren und so sieht es dort derzeit aus:
Das Dach wurde damals diffusionsdicht gebaut. Bedeutet von innen nach außen = Sparren (~15cm) -> Holzverschalung -> Bitumenpappe -> Ziegel (-> auf der Sonnenseite liegt ein PV-Anlage über das komplette Dach)
Mittlerweile hatten wir bereits eine Fachfirma da, welche meinte man benötigt innen eine Hinterlüftung vor die Holzverschalung, bevor man dämmt. Dann soll eine Dämmung (~12 cm) zwischen die Sparren, dann eine feuchtevariable Dampfbremsfolie und dann kann mit Gipskarton verkleidet werden.
Da der Dachboden viel Schräge hat, wir sehr stark mit der Höhe kämpfen und eigentlich nur auf einer Fläche von 14 x 1,50 Meter aufrecht stehen können, wollen wir in Abhängigkeit von Kosten ein sehr gutes Dämmmaterial verwenden, um keine Höhe zu verlieren. Eine weitere Aufdopplung von den Latten welche uns Raumhöhe nimmt wollen wir nicht.
Der Raum soll vorwiegend als Abstellraum genutzt werden, es könnte aber auch sein, dass unsere Eltern dort sich ein Bett stellen wollen um mal zu übernachten (2 Wochenende pro Monat). Es sollte daher auch geräuschhemmendes Material verwendet werden.
Die Fachfirma hat noch kein Angebot gesendet, meinte aber verbal, dass ein 120 mm Klemmfilz (WLG 035) passend wäre.
In dem Zusammenhang brennen uns nun die Finger und wir möchten uns bereits jetzt darüber weiter Informationen einholen, um bei Angebotserhalt oder auch schon davor einen besseren Dämmmaterialwunsch etc. zu äußern oder uns allgemein besser auskennen und auch besser in den Austausch gehen zu können.
Daher konkret unsere Fragen:
1. Was eignet sich hierfür am Besten als Dämmmaterial?
2. Gibt es ein bestes Dämmmaterial hierfür?
3. Das ist wohl das vorgeschlagene Material der Fachfirma https://www.hornbach.de/p/isover-klemmfilz-integra-1-035-zwischensparrendaemmung-fuer-steildach-4800-mm-x-1200-mm-x-120-mm/3887728/ macht es einen nennenswerten Unterschied ob man das nahezu 70% teuere nimmt https://www.hornbach.de/p/isover-klemmfilz-integra-1-032-zwischensparrendaemmung-fuer-steildach-3900-mm-x-1250-mm-x-120-mm/8228722/
4. Wir haben im Netz von Steinwolle gelesen, wäre das eine bessere Wahl?
5. Was kann man sonst dazu für Tipps geben?
Besten Dank vorab & Grüße
Das ist wohl das Beste oder gibt es noch andere Meinungen?
1 Antwort
Das Risiko sehe ich in der Luftdichte wenn ihr das verkleidet und nur Steinwolle setzt. Raumfeuchte staut sich im Holz unter der Dachpappe. Aktuell geht das wieder in die Raumluft ab. Danach aber nicht mehr.
Aus den Bauch heraus würde ich xps Platten nehmen und bündig zu den Sparren. Pinibel darauf achten dass keine Luft und ritzen zwischen Sparren und Schalung bleibt. Bauschaum dein Freund.
Keine Dampfbremsenfolie setzen sonder direkt auf die ebene Innenfläche Rauspund an die Sparren. Falls doch mal feuchte in die Dämmung kommt kann die in den raum abgehen. Auch was hinter der xps wäre atmet über die Sparren nach innen ab zusammen mir dem rauspund. Rigips wäre zu dicht.
Genau.
Mit Dampfbremsenfolie würde Feuchte zw Folie und Bitumen gefangen bleiben. Mit Steinwolle und der vielen Luft in ihr bleibt Volumen frei für Feuchte. Styropor ebenso. Xps erschlägt das weil sehr dicht und hoher diffusionswert. Was doch durch kommt geht über die Sparren zurück nach innen.
aber denkst du nicht das durch irgendwelche Bedingungen sich, Wasser an der Aussenseite der XPS bildet = also direkt an der Holzverschalung?
Wäre doch das gleiche wie wenn man eine Dampfbremsfolie direkt unter die Holzverschalung macht und davor mit klemmfilz etc. dämmt?
Kondenswasser Wasser kommt da wo die Temperatur um die 15 Grad hat und eine Oberfläche hat an der sie Niederschlägt. Darum pinibel beim verlegen achtet das es keine Lücken oder Luft hat. Am Ende soll das wie eine Sandwichpaneele sein.
Statt 2mmBlech/100mm PUR/2mmBlech hast du
Bitumen/holz/XPS/Holz
Nach innen offen fürs atmen
Man könnte auch
Bitumen/holz/xps/folie/Holz
Oder
Bitumen/holz/folie/xps/holz
Dann ist das Risiko:
Folie dicht in beide Richtungen : Feuchte gefangenn falls doch irgendwo was durch kommt (mauerwerk zb)
Folie offen nach aussen: Feuchte geht vom Raum hindurch aber nie raus wegen Bitumen, ( tötlichste aller Lösungen)
Folie dicht nach innen: raumfeuchte bleibt draußen aber wenn doch irgendwo, siehe erste.
Darum ohne Folie dass es nach innen offen ist.
Der Taupunkt wäre, wegen dem hohen Dämmwert von xps, irgendwo im oberen Viertel des Dachaufbau. Gibt es da keine Luft/Lücken kann auch nichts kondensieren. Bei Steinwolle wäre da Luft. Steinwolle dämmt weil sie die Luft in ihr an Ort und Stelle hält. Also keine thermische Bewegung zu läßt. Bietet aber Oberfläche zum kondensieren. Gäbe es keine Bitumen wäre das egal denn die Feuchte geht weiter bis durch die Unterspannbahn und raus an die Luft.
Letzte idee für mehr Dämmung ohne Höhe zu verlieren. Bodenbretter raus. Schauen was drunter ist. Ich vermute mal holzbalken in 16cm und unten drann Heraklid platten. Das war in den 70gern so üblich. Dort nochmal Dämmung zw die Balken. Steinwolle oder was auch immer. 18mm OSB drüber und billo Laminat.
ok, du meinst von innen nach aussen: Rauspund -> xps Platten (~15cm) -> Holzverschalung -> Bitumenpappe -> Ziegel?