Darf man im Christentum etwas versprechen?

10 Antworten

Natürlich, aber man sollte es auch halten, soweit es nur möglich ist. Denn Unvorhergesehenes kann uns alle treffen.

Schwören ist, wie Du selber schreibst, nicht im Sinne Gottes:

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.Mt 5,34Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,Mt 5,35noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.Mt 5,36Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.Mt 5,37Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Zu dem Satz, denn Du geschrieben hast, steht in der Bibel nichts. Doch ganz nach Matthäus 5,37 ist klar: Ein Ja genügt. An diesem Ja sollte man sich halten. Eine zusätzliche Bekräftigung braucht es nicht.

Schwören ist per se keine Sünde, es wird allerdings dringend davon abgeraten. (Z. B. https://www.bibleserver.com/search/Ne%C3%9C/vor%20allem%20schw%C3%B6rt%20nicht - gar nicht so leicht, eine Übersetzung zu finden, die das Wort "Geschwister" verwendet statt in den bescheuerten Anglizismus "Brüder und Schwestern" zu verfallen)

Erst Recht ist also ein Versprechen keine Sünde.

So, wie ich es gelernt habe, ist ein Versprechen eine ernste Sache, aber eben auch unter Vorbehalt - es können Umstände dazwischen kommen, die der Versprechende jetzt noch nicht abschätzen/absehen kann.

Ein Versprechen leichtfertig zu geben oder leichtfertig zu brechen ist eine Sünde - aber nicht, weil es sich um ein Versprechen handelt, sondern weil die Liebe zum Mitmenschen dadurch verletzt wird.

Was versprochen wird,sollte auch gehalten werden.

Ich würde es aber nicht als Sünde bezeichnen.

Schwören ist keine Sünde. Aber wir sollen nicht bei etwas schwören, was wir nicht in der Hand haben. (Ich schwöre bei meinem Leben ...)

Als Christen soll unser Ja ein Ja sein, und unser Nein ein Nein.

Von meiner Freundin habe ich mich verabschiedet: "So Gott will und wir leben, sehen wir uns am Mittwoch."