Ärzte sind dazu angehalten sich nicht nur ethisch korrekt zu verhalten, sondern auch Diagnosen anhand standardisierter Tests zu stellen, also evidenzbasiert zu handeln. Ein Intelligenztest gehört z.B. dazu. Aus deinem Text geht für mich nicht ganz klar hervor, ob es sich um eine subjektive Meinung des Arztes handelt, oder ob das was im Befund steht Teil von angebrachten Tests ist. Diese wären, bezogen auf das was du schreibst zB:
ADOS-2 (Autism Diagnostic Observation Schedule: Standardisiertes Beobachtungsverfahren, das auf soziale Interaktion, Kommunikation und Spielverhalten abzielt.
ADI-R (Autism Diagnostic Interview – Revised: Strukturierter Elternfragebogen zur Erfassung autistischer Verhaltensweisen.
Social Responsiveness Scale (SRS): Bewertet soziale Fähigkeiten und autistische Verhaltensweisen anhand eines Fragebogens für Eltern.
oder auch
Frühdiagnostik sozialer Kommunikation (z. B. ESCS):Bewertet Fähigkeiten wie Blickkontakt, Gesten, soziale Aufmerksamkeit und sprachliche Interaktion.
ELAN (Entwicklungsstörungen der Sprache bei Kindern):Diagnostiziert Sprachentwicklungsstörungen und prüft die Sprachkompetenz.
oder ...
Bayley Scales of Infant and Toddler Development (Bayley-III):Beurteilt kognitive, sprachliche und motorische Entwicklung, sowie soziale und emotionale Kompetenzen.
Entwicklungstest nach Griffiths:Umfassender Test, der die gesamte Entwicklung (Bewegung, Sprache, Sozialverhalten, praktische Fähigkeiten, kognitive Entwicklung) abdeckt.
usw...
Wenn im Befund diese oder ähnliche Tests nicht angegeben sind, teils mit Punktewertung usw. ist davon auszugehen, dass keine standardisierte Befundung stattgefunden hat. Du kannst den Arzt natürlich auch einfach nochmals darauf ansprechen. Wenn doch eine solche Einschätzung statgefunden hat, und du dir unsicher bist, kannst du natürlich immer noch eine Zweitmeinung einholen. Besonders wenn Medikamentgaben als Konsequenz verordnet werden. Ich finde richtig, dass du die Diagnose hinterfragst und dein Kind schützen möchtest :)
Es scheint dennoch einen Grund zu geben, warum du dein Kind psycho-sozio-emotional bzw. bezogen auf altersentsprechende Entwicklung untersuchen lässt. Und manchmal kann auch eine Diagnose gestellt werden, die schwer zu akzeptieren ist, aber die dazu führt dass deinem Kind geholfen werden kann.