Ich finde die Vorstellung auch gruselig, aber gute Gesetzgebung sollte sich in einem Rechtsstaat nach meinem Verständnis nicht am moralischen Empfinden orientieren, sondern versuchen möglichst nüchtern eine gute Güterabwägung zu treffen.
a.) Für die Puppen spricht, soweit ich das verstanden habe, dass sie ggf. einen therapeutischen Effekt haben, bzw. pädophilen Menschen eine Möglichkeit geben ihren Leidensdruck zu mindern ohne für andere zur Gefahr zu werden.
b.) Gegen die Puppen spricht, dass sie eventuell das Verlangen nach einem realen Missbrauch hervorrufen oder steigern können.
Beides ist hypothetisch, soweit ich es verstanden habe und nicht abschließend geklärt.
Die Puppe selbst ist ein toter Gegenstand und kann somit kein Rechtsträger sein. Die Puppe selbst ist also egal. Man kann mit der Puppe selbst auch niemandem Schaden zufügen (im Gegensatz zu z.B. im Waffenrecht gemeinten Gegenständen)
Ich habe literally keine Ahnung. Also weder hab ich mich mit dem Thema intensiv beschäftigt (lese hier gerade das 1te Mal davon), noch bin ich Anwalt. Aber nach dem ich die anderen Beiträge gelesen habe triggert mich mal wieder, dass das Bedürfnis nach moralischen Urteilen so groß ist. Leider helfen die aber oft Niemandem und erreichen zudem noch das Gegenteil. Also wenn es sich mit Pädophile so verhalten sollte, wie mit anderen Sexualitäten – dass man da einfach ist wie man ist und niemand das ändern kann – dann macht es auch keinen Sinn als Gesellschaft das weg zu wünschen, sondern dann muss ein Weg gefunden werden damit umzugehen, der Schaden von allen abwendet. Dieser Gedanke spricht für mich am ehesten für a.)
Ein Story die als Vergleich entfernt zum Thema passt:
Ich habe mal von einem Fall gelesen bei dem ein Mann sich immer Nachts in einen Kuhstall geschlichen hat und eine Kuh "bestiegen" hat. Der Mann wurde erwischt und kam vor Gericht. In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, dass er tatsächlich (so lächerlich das klingt) Gleitgel dabei hatte und glaubhaft machen konnte, das er zärtlich mit der Kuh umgegangen ist. Veterinärmediziner haben ausgesagt, dass die Kuh das vermutlich nicht mal gemerkt hat. Es konnte objektive keine Tierquälerei festgestellt werden. Der Mann wurde frei gesprochen. – Was ich damit sagen will: Ich traue einem rechtsstaatlichen System am meisten was nicht danach entscheidet, wer und wieviele etwas abartig finden, sondern Gesetzte schafft, die die Rechte aller Menschen schützen und eine Justiz hat die nüchtern nach diesen Gesetzen urteilt.