Projekte nie fertigstellen?
Irgendwie hab ich die Scheiß Angewohnheit meine Projekte nie fertig zu stellen: weder meine Häkel Projekte, meine Näh Projekte, meine Kunst Projekte etc. Kennt ihr das? Was kann ich tun um mich zu motovieren das weiter zu machen? Bin dankbar für jede Antwort!
3 Antworten
das kannte ich früher - heute nicht mehr, da ich immer erst eins fertigmache, bevor ich das nächste anfange.
ein gehäkeltes kleines amigurumi lässt sich allerdings auch dann zwischendurch mal zur auflockerung machen, wenn man ein grosses strickprojekt am wickel hat.
nur mein kreuzstichbild schaut mich täglich vorwurfsvoll an. das ist aber bei verschiedenen sachen so, wenn ich noch nicht rausgefunden habe, was da genau nicht passt, damit es spass macht. ich glaube, beim stickbild liegt es daran, dass in der packung zwei sticknadeln ohne spitze drin sind, obwohl in der anleitung steht, man soll eine MIT spitze nehmen und der count passt auch nicht ganz. also habe ich dreifädig noch mal aufgemacht und jetzt zwei fäden versucht. geht etwas besser, aber ich glaube, ich benötige eine kleinere nadel und die mit spitze.
also finde heraus, woran es liegt, dass du demotiviert bist - bei jedem projekt einzeln und dann änderst du jeweils am projekt das, was sich störend auswirkt.
wenn du eine decke angefangen hast und es ist dir zuviel, mach wieder auf und häkle kissenplatten. die sind viel schneller fertig und du hast ein erfolgserlebnis. dann häkelst du die nächste kissenplatte und hast wieder ein erfolgserlebnis - und bei sechs fertigen kissenplatten nähst du zusammen und hast - eine kleine decke. und dann häkelst du, bis deine wolle alle ist oder bis du gar keinen bock mehr hast.
beim diamond painting waren es bei mir die stifte, die jeweils im set sind. sogenannter ergonomischer stift geht auch nicht, weil ich die zu schwer finde. seit ich mir einen legami-stift umgebaut hab, macht es ECHT spass. ausserdem habe ich festgestellt, dass anhänger und sticker so gar nicht meins sind und ich grosse einfarbige flächen öde finde.
zeichnen ist toll, seit ich polychromos stifte habe. in die acrylmalerei finde ich mich über malen nach zahlen ein - ich habe ein motiv für ab 7 jahre gemacht - und es ist TOLL geworden. das nächste motiv ist dann eins ab 9 jahre und zu weihnachten hat mir einer ein meisterklasse set geschenkt. das will ich auch noch machen, ohne es zu versauen und natürlich will ich es nicht angefangen liegenlassen bis die farben eingetrocknet sind. danach sollte ich soweit sein, dass ich mit den farben so umgehen kann, wie ich es möchte und dann kann ich mich daran wagen, alle unsere schulponys zu malen, ohne dass es ein desaster wird.
also zusammenfassend:
- mache dir deine projekte angenehm und komfortabel
- mache nur dinge, die du definitiv schaffen kannst und auch mal mit etwas weniger motivation fertigbekommst.
- viele klein ergeben ein gross
- setz dir ein ziel und teil dir deinen weg in einzelne schritte ein.
- jeder schritt bedeutet einen erfolg und jeder erfolg motiviert.
- nicht zuviel gleichzeitig anfangen - und von einer sache immer nur eins zur zeit.
- bewahre das angefangene werkstück immer mit dem material zusammen auf, so dass du nichts suchen musst, wenn du weitermachen willst (das kann natürlich dazu führen, dass du irgendwann z.b. 4 bleistifte, 3 scheren, 3 cuttermesser und 5 angefangene klebertuben hast. aber: besser haben als brauchen...)
ich komme mit bis zu drei unterschiedlichen projekten gut zurecht. allerdings würde ich für den anfang raten, immer nur EINS zu machen und das fertig machen. wobei EINE kissenplatte ja auch ein fertiges projekt wäre. danach kannst du es eine weile weglegen und z.b. eine aufwendige zeichnung machen, für die du mehrere tage brauchst.
Ich kenne das. Ein Anfang sind kleinere überschaubare Projekte, die leichter und schneller fertigzustellen sind. Dann gibt es schneller ein Erfolgsgefühl. Von da aus kann man sich steigern. Bei größeren Projekten sind kleinere Abschnitte auch eine gute Motivation und geben ein Erfolgsgefühl. Für Fortschritt ist Regelmäßigkeit und Dranbleiben wichtig. Da kann man sich vornehmen, zu bestimmten Zeiten zumindest eine kurze Zeit etwas zu machen. Wenn ein Anfang ist, geht es meist besser. Manchmal bin ich aber auch nach einer Auszeit motivierter, wenn mir etwas zu viel geworden ist.
Also bei mir ist das so, wenn ein Projekt zu 2/3 sehr vielversprechend fertig ist, hab ich Angst, das Ganze noch durch einen Fehler zu zerstören. (Ist schon ab und an passiert.)
In Wirklichkeit sind das Versagensängste, man nimmt den Erfolg des Projekts zu persönlich. :(