Gesellschaft vor 50 Jahren offener in Bezug auf Nacktheit?
Stimmt es, dass die westliche Gesellschaft vor etwa 50 Jahren (1960er, 1970er) offener war in Bezug auf Nacktheit? Insbesondere was das Oben-ohne-Baden oder das Nacktbaden generell, angeht? Fall ja, warum war das so?
8 Antworten
Das war damals alles freizügiger: In meiner Jugend (80 er Jahre) waren wir oft am Baggersee und da waren alle selbstverständlich nackt - Jungs wie Mädels. Interessant ist auch die damalige Werbung. Da gab es z.B. das Fa-Mädchen (Werbung für ein Duschbad), die schwamm immer oben ohne. Heute würde das einen Aufschrei auslösen. Oder: Die Unterhosen von uns Jungs konnten gar nicht knapp genug sein. Oder in der Umkleide hat sich keiner mit Verrenkungen unter dem Handtuch umgezogen, wie man das heute manchmal sieht.
Ja, eindeutig! Es war die Zeit der „68ziger“ alles wurde in Frage gestellt und auch die verklemmte Sexualität! Das ist dann immer so wenn Freihheiten dazu kommen. Die Pille erlaubte auch zu mehr Offenheit zu kommen wegen der zuverlässigen Verhütung. Dann schlägt das Pendel in die gegenteilige Richtung wie zuvor. Nacktheit war auf jedem Titelblatt!
So wie im Moment das Pendel deutlich ausschlägt in Punkto sexuelle Diversität!
Auch das wird sich wieder normalisieren.
Ja es war alles viel offener. Erst durch den Einfluss aus den USA und durch die Massenmedien hier herübergeschwappte Prüderie wurde die Einstellung der dem Mainstream angehörenden Menschen hier leider auch verändert.
Bis Anfang der 90er war es völlig normal, dass Frauen sich in der Öffentlichkeit oben ohne gesonnt haben. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, dass es Kindern schaden könne, wie heute häufig zu hören ist. Auch FKK hatte einen höheren Stellenwert. Es gab deutlich mehr offizielle FKK-Strände.
Selbst als Jugendliche in den 80ern haben wir FKK gemacht. Auch Leute, die eher als schüchtern galten, waren mit dabei. In der damaligen sog. "DDR" waren die Menschen noch freizügiger, weil sie sonst von dem SED-Regime in ihrer Freiheit eingeschränkt wurden und so ihr bisschen Freiheit ausleben konnten.
Eine Folge der 68er, die gegen alles rebelliert hatte - man hatte sich neue Freiheiten erkämpft und wollte die auch nutzen, erst im Lauf der Zeit stellte man dann fest, dass manche Freiheit eben nur formal eine Freiheit war, aber keinen wirklichen Nutzen, dafür aber auch Nachteile hatte. Und "Prüderie" gab es in Wellenbewegungen schon immer wieder in der Geschichte.
Na ja, irgendwann fiel auf, dass Nacktheit auch zu - unerwünschten - Blicken einlädt ...
Die Freiheit, nackt sein zu dürfen, wird ja nicht dadurch nachteilig, dass Menschen einander anschauen.
Wer sich begafft fühlt - von Spannern oder auch anderen Nudisten -, wird das durchaus als Nachteil auffassen.
Dann kann er ja darauf verzichten, nackt zu sein. Damit gibt er ja die Freiheit nicht auf, nackt sein zu dürfen.
Natürlich war es so, alle waren viel lockerer und freier. Es war halt die Zeit von Oswald Kolle und Beate Uhse, Schockierende Filme wie Schulmädchenreport flimmerten über die Leinwand, es war eine tolle und aufregende Zeit.
Welche Freiheit mit Nachteilen meinst Du? Mir fällt gerade keine ein.