Hauptübertragungswege von HIV sind

  1. ungeschützten Sex mit einer HIV-positiven Person, die nicht mit Medikamenten behandelt wird und deswegen sehr viele HI-Viren im Körper hat (man nennt das eine hohe Viruslast) oder
  2. das gemeinsame Benutzen von Spritzen beim Drogenkonsum (Spritzentausch)

Wer also noch nie Sex hatte und nicht Drogen spritzt, kann auch kein HIV haben.

...zur Antwort

HIV kann man heute mit Medikamenten sehr gut behandeln. Die Medikamente helfen, das Virus in Schach zu halten und bewirken, dass es eben nicht zur Entwicklung von Aids kommt. Zudem stehen Menschen mit HIV in engmaschiger Betreuung durch ihren Arzt oder ihre Ärztin. HIV-positive Menschen können deswegen heute so alt werden, wie alle anderen Menschen auch.

...zur Antwort

Ja, es gibt HIV-Schnelltests, die man in Apotheken oder im Internet kaufen kann. Dabei gibt es aber etwas Wichtiges zu beachten: Eine HIV-Infektion kann man mit einem Selbsttest erst zwölf Wochen nach einem möglichen HIV-Risiko sicher ausschließen. Solange kann es dauern, bis sich genügend Antikörper für einen Nachweis gebildet haben. Viele weitere Infos zum HIV-Schnelltest gibt es hier: https://www.aidshilfe.de/hiv-selbsttest

...zur Antwort

Leider gibt es immer noch viele Vourteile gegenüber Menschen mit HIV und Berührungsängste. Das Ergebnis ist Diskriminierung.

Gerade haben wir dazu eine neue Studie veröffentlicht, die positiven stimmen 2.0. Darin geben 95% der Befragten an, dass sie in den 12 Monaten vor der Befragung Diskriminierung erlebt haben, mehr als die Hälfte sagt, dass Vorurteile ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

Die Palette ist vielfältig: Menschen glauben, dass HIV-positive Menschen automatisch schwer krank und nicht mehr leistungsfähig seien, kein erfülltes Leben mehr leben könnten, dass sie irgendwie falsch gelebt hätten und selbst schuld seien, dass von ihnen eine Gefahr im Alltag ausginge, weil HIV irgendwie übertragen werden könnte - und so weiter.

Zwar hat das Wissen in den letzten Jahren zugenommen und Berührungsängste gegenüber Menschen mit HIV sind zurückgegangen. Der Anteil der Menschen, die kein Geschirr mit HIV-positiven Menschen teilen möchten, liegt aber nach einer repräsentativen Befragung aus 2020 immer noch bei 24%. 23% scheuen die die gemeinsame Nutzung von Sportgeräten im Fitnessstudio, 21% möchten nicht dieselbe Toilette nutzen wie Menschen mit HIV. Nur die Hälfte der befragten Menschen (48%) würden eine HIV-positive Person küssen, die ihnen sympathisch ist.

Unterm Strich möchten drei von zehn Befragten mit dem Thema HIV lieber nicht in Berührung kommen. Und unverändert zu 2017 meint ungefähr die Hälfte der Befragten, dass über Menschen mit HIV im Allgemeinen eher schlecht gesprochen wird.

Das ist für viele HIV-Positive sehr belastend.

Fakt ist: Menschen mit HIV können heute bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie leben wie alle anderen. Ganz gleich, ob im Job, in der Freizeit, bei Sexualität und Familienplanung. Denn unter Therapie HIV auch nicht mehr übertragbar, nicht beim Sex und auch nicht bei der Geburt auf das Kind. Im Alltag ja sowieso nicht.

Übrigens, wo du von HIV-PATIENTEN sprichst: Im Gesundheitswesen gibt es besonders viel Diskrimnierung. So werden etwa Menschen mit HIV oft zurückgewiesen, wenn sie ein Termin in der Zahnärztlichen Praxis vereinbaren wollen. Es gibt auch völlig unnötige zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, Datenschutzverletzungen und so weiter.

Wer's genau wissen will, findet Infos bei den positiven stimmen 2.0: https://www.aidshilfe.de/meldung/leben-hiv-heute-vorurteile-schaden-mehr-infektion

Zur erwähnten Befragung über Berührungsängste geht's hier: https://www.aidshilfe.de/meldung/immer-mehr-menschen-wissen-hiv-therapie-uebertragbar

Einblicke ins echte Leben mit HIV gibt die Welt-Aids-Tags-Kampagne "Leben mit HIV Anders als du denkst.": www.welt-aids-tag.de

...zur Antwort

Das lässt sich so einfach nicht sagen, denn es gibt viele verschiedene Medikamente zu ganz verschiedenen Preisen. Ganz grob über den Daumen kostet eine zeitgemäße HIV-Therapie irgendwas zwischen 10.000 und 20.000 Euro im Jahr.

Die Kosten übernehmen zum Glück die Krankenkassen. Patient*innen zahlen nur die Rezeptgebühr, z.B bei vier Rezepten, je eines pro Quartal, 4 mal 10 Euro. Wenn zusätzlich noch andere Medikamente verordnet werden, zum Beispiel zum Nebenwirkungsmanagement oder bei Folgeerkrankungen, kommt das dazu.

Menschen, die schon länger HIV-positiv sind und vielleicht größere Gesundheitsprobleme haben, brauchen natürlich oft mehr medizinische Betreuung und entsprechende Medikamente. Das haben wir jetzt hier noch nicht berücksichtigt. Unterm Strich sind die Kosten dann sehr individuell.

...zur Antwort

Es ist tatsächlich so, dass die meisten Menschen, die die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) nehmen Männer sind, die Sex mit Männern haben. Die PrEP ist aber nicht auf diesen Personenkreis begrenzt.

Für wen die PrEP empfohlen wird, ist in den Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien geregelt. Dort werden neben Männern, die Sex mit Männern haben auch Trans*Personen, Partner*innen von Menschen mit HIV oder Drogen injizierende Personen genannt, für die unter bestimmten Bedingungen die PrEP empfohlen wird. Weitere Informationen rund um die PrEP findest Du hier: https://www.aidshilfe.de/hiv-prep

...zur Antwort

Hi! Ja, da haben deine Eltern recht. Das waren heftige Zeiten.

Zum Glück hat sich seitdem viel getan: Die Gesellschaft ist heute viel besser aufgeklärt über HIV als in den ersten Jahren. Berührungsängste und Vorurteile haben abgenommen. Ausgrenzung ist nicht mehr so krass wie in den ersten Jahren. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte: Ausgrenzung, Diskriminierung, Stigmatisierung gibt es trotzdem noch. Das hat viel mit Berührungsängsten, Vourteilen und Unwissenheit zu tun.

Wir haben 2020 eine repräsentative Befragung dazu gemacht. Dabei kam raus:

Ein Viertel der Menschen in Deutschland möchte lieber kein Geschirr mit HIV-positiven Menschen teilen, fast genauso viele keine Sportgeräte im Fitness-Studio. 21% möchten nicht dieselbe Toilette nutzen wie Menschen mit HIV. Nur die Hälfte der befragten Menschen (48%) würden eine HIV-positive Person küssen, die ihnen sympathisch ist. (Es geht hier also nicht mal um wilde Zungenküsse, die auch kein Problem wären.)

Und das alles, obwohl im Alltag wirklich NULL Übertragungsrisiko besteht - und unter HIV-Therapie - heute der Regelfall - auch beim Sex nicht mehr.

Unterm Strich möchten immer noch drei von zehn Befragten mit dem Thema HIV lieber nicht in Berührung kommen. Und unverändert zu 2017 meint ungefähr die Hälfte der Befragten, dass über Menschen mit HIV im Allgemeinen eher schlecht gesprochen wird.

Das alles belastet Menschen mit HIV natürlich. Völlig unnötigerweise. Sie können heute dank guter Medikamente eigentlich leben wie alle anderen - in jedem Lebensbereich.

Auch unsere Befragung positive stimmen 2.0 (gemeinsam mit dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft) bringt das Prtoblem deutlich zutage: Die allermeisten Befragten gaben an, dass sie gut mit ihrer Infektion leben können. Aber 95 % der Befragten hatten in den 12 Monaten vor der Befragung Diskriminierung erlebt, mehr als die Hälfte erlebt Vourteile als Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Das alles zeigt: Wir sind noch lange nicht am Ziel.

Wie das echte Leben mit HIV aussieht zeigt die Kampagne "Leben mit HIV. Anders als du denkst". Sie soll Vourteile und Ängste abbauen. www.welt-aids-tag.de

Die Ergebnisse unserer Umfrage sind hier nachzulesen: https://www.aidshilfe.de/meldung/immer-mehr-menschen-wissen-hiv-therapie-uebertragbar

Und die Studie positive stimmen 2.0 zu Diskriminierung hier: https://www.aidshilfe.de/meldung/leben-hiv-heute-vorurteile-schaden-mehr-infektion

...zur Antwort

Das liegt wahrscheinlich daran, dass in den 80er Jahren das Krankheitsbild, das wir heute Aids nennen in den USA erstmal nur bei schwulen Männer identifiziert wurde. Deshalb gab man der Krankheit den Namen GRID («Gay Related Immune Disease»), weil man zunächst fälschlicherweise glaubte, dass nur homosexuelle Männer betroffen seien.

Ein anderer Grund wird wohl sein, dass es in Deutschland wesentlich mehr HIV-positive Männer (2019 waren es ca. 73.100) als HIV-positive Frauen (ca. 17.600) gibt. Die größte Gruppe der Menschen mit HIV in Deutschland sind tatsächlich Männer, die Sex mit Männern haben.

In anderen Regionen der Welt ist das Verhältnis aber deutlich anders, und in vielen Regionen sind die HIV-Raten bei Männer und Frauen gleich hoch. Du hast also vollkommen recht: Aids ist natürlich keine „Homosexuellenkrankheit“.  

...zur Antwort

Trotz einiger Fortschritte in der Forschung ist eine Impfung immer noch Zukunftsmusik. HIV ist sehr wandlungsfähig, es gibt vielfältige Varianten des Virus. Deshalb gibt es bisher keine Impfung, die ausreichend die richtigen Antikörper gegen HIV hervorruft. Wir wissen noch nicht genau, welche Antikörper wir dafür genau bräuchten. Es sind zwar einige wirksame Antikörper bekannt, aber die wirken nicht gegen alle HI-Viren, es entkommen sozusagen zu viele. Der Schutzeffekt war daher bisher bei allen Impfstoff-Versuchen zu niedrig.

...zur Antwort

Trotz einiger Fortschritte in der Forschung ist eine Impfung immer noch Zukunftsmusik. HIV ist sehr wandlungsfähig, es gibt vielfältige Varianten des Virus. Deshalb gibt es bisher keine Impfung, die ausreichend die richtigen Antikörper gegen HIV hervorruft. Wir wissen noch nicht genau, welche Antikörper wir dafür genau bräuchten. Es sind zwar einige wirksame Antikörper bekannt, aber die wirken nicht gegen alle HI-Viren, es entkommen sozusagen zu viele. Der Schutzeffekt war daher bisher bei allen Impfstoff-Versuchen zu niedrig.

...zur Antwort

Ja, leider gibt es noch viele Vourteile gegenüber Menschen mit HIV. Gerade haben wir dazu eine neue Studie veröffentlicht, die positiven stimmen 2.0. Darin geben 95% der Befragten an, dass sie in den 12 Monaten vor der Befragung Diskriminierung erlebt haben, mehr als die Hälfte sagt, dass Vorurteile ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

Die Palette ist vielfältig: Menschen glauben, dass HIV-positive Menschen automatisch schwer krank und nicht mehr leistungsfähig seien, kein erfülltes Leben mehr leben könnten, dass sie irgendwie falsch gelebt hätten und selbst schuld seien, dass von ihnen eine Gefahr im Alltag ausginge, weil HIV irgendwie übertragen werden könnte - und so weiter.

Das ist für viele HIV-Positive sehr belastend.

Fakt ist: Menschen mit HIV können heute bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie leben wie alle anderen. Ganz gleich, ob im Job, in der Freizeit, bei Sexualität und Familienplanung. Denn unter Therapie HIV auch nicht mehr übertragbar, nicht beim Sex und auch nicht bei der Geburt auf das Kind. Im Alltag ja sowieso nicht.

Wer's genau wissen will, findet Infos bei den positiven stimmen 2.0: https://www.aidshilfe.de/meldung/leben-hiv-heute-vorurteile-schaden-mehr-infektion

Einblicke ins echte Leben mit HIV gibt die Welt-Aids-Tags-Kampagne "Leben mit HIV Anders als du denkst.": www. welt-aids-tag.de

...zur Antwort

Dass HIV komplett aus der Welt verschwindet, ist noch eine Utopie. Auch dass es in reicheren Industrieländern gelingt, ist kurzfristig nicht denkbar. Denn es ist ein sexuell übertragbares Virus, das immer erst nach einer gewissen Zeit im Körper nachweisbar ist - und auch nur, wenn jemand zum Test geht. Übertragungen werden sich unter diesen Voraussetzungen nicht zu 100% verhindern lassen.

Zudem leben ja viele Menschen mit HIV und können damit heute zum Glück auch alt werden. Eine Übertragung ist unter Therapie allerdings zum Glück nicht mehr möglich.

Was jedoch längst aus der Welt verschwunden sein müsste, ist die Aids-Erkrankung, die ja eine Folge der unbehandelten HIV-Infektion ist.

Aids ist heute vermeidbar, wenn Menschen rechtzeitig von ihrer HIV-Infektion erfahren und HIV-Medikamente bekommen.

Die Vereinten Nationen haben daher das Ziel ausgerufen, Aids (nicht HIV) bis 2030 zu beenden. Das ist sehr ambitioniert, aber ein wichtiger Leitstern!

Weltweit haben allerdings immer noch ungefähr 10 Millionen Menschen keinen Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten.

In Deutschland erkranken immer noch rund 900 Menschen pro Jahr an Aids oder einem schweren Immundefekt, weil sie nicht wissen, dass sie HIV haben - weil sie nicht glauben, dass es sie betreffen könnte oder weil sie Angst vorm Test haben.

Daher ist eine sehr wichtige Botschaft: Wenn du ein Risiko gehabt haben könntest, lass dich testen! Denn mit der entsprechenden Behandlung kann man mit HIV heute gut leben.

Also, HIV "ausrotten": eher nein. Immer weniger Aids: möglich und nötig!

...zur Antwort

Aids ist nicht dasselbe wie HIV.

HIV ist eine Abkürzung und bedeutet „Humanes Immundefizienz-Virus“. Das bedeutet übersetzt: menschliches Abwehrschwäche-Virus. HIV schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte, die auch Immunsystem genannt werden.

Ohne Behandlung kann der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Im schlimmsten Fall treten dann bestimmte lebensbedrohliche Erkrankungen auf, zum Beispiel schwere Lungenentzündungen. Dann spricht man von Aids.

Auch das ist eine Abkürzung, es bedeutet „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Auf Deutsch: Erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom.

HIV-Medikamente unterdrücken das Virus im Körper und verhindern damit den Ausbruch von Aids. Menschen mit HIV können so gut und lange leben.

Mehr dazu: https://www.aidshilfe.de/hiv-aids

...zur Antwort

HIV-Symptome können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Kurz nach einer HIV-Infektion können Symptome wie bei einer Grippe auftreten, zum Beispiel: Fieber, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß oder Lymphknotenschwellung. Diese verschwinden in der Regel nach kurzer Zeit wieder. Im Anschluss gibt es meist eine lange Phase ohne Symptome. Trotzdem schädigt HIV den Körper.

Ohne HIV-Behandlung ist das Immunsystem irgendwann so geschwächt, dass lebensgefährliche Erkrankungen auftreten. Dann spricht man von Aids.

Dank der HIV-Medikamente kann man mit HIV lange und gut leben und Aids verhindern.

HIV-Symptome sind unspezifisch und können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Eine Lymphknotenschwellung mit Nachtschweiß bedeutet also nicht unbedingt, dass man sich mit HIV infiziert hat. Treten aber Symptome in zeitlicher Nähe zu einem HIV-Risiko auf, kann ein HIV-Test sinnvoll sein.

Mehr Infos zu den Symptomen und zum Verlauf einer HIV-Infektion gibt's hier: https://www.aidshilfe.de/hiv-symptome-verlauf

...zur Antwort

Bei Aidshilfen gibt es für Menschen mit HIV verschiedene Angebote - oft auch Gruppenangebote. Dabei kann es sowohl um Information und Austausch gehen, aber auch um gemeinsame Freizeitgestaltung und Aktivitäten.

Adressen von regionalen Aidshilfen gibt es hier: https://www.kompass.hiv/de/suche?terms=&location=&category=28&target_groups=All&search_radius=5

Und es gibt viele tolle überregionale Angebote, die findest Du hier: https://booking.seminardesk.de/de/aidshilfe?Kategorie=Leben%20mit%20HIV

Unsere Erfahrung ist, dass der Austausch und gemeinsame Aktivitäten sehr hilfreich und mutmachend sein können. Und sie geben das Gefühl: Du bist nicht allein.

...zur Antwort

Was denkt ihr darüber?

Es ist ein gutes Signal, dass diese Stichwörter im Koalitionsvertrag auftauchen. Insbesondere bei Drug-Checking geht es ja darum, dass endlich klare rechtliche Grundlagen für diese wichtige Maßnahmen geschaffen werden und dass es einen politischen Willen dafür gibt. Nun können wir uns auf diesen Passus berufen.

Bezüglich Maßnahmen der Schadensminimierung haben wir uns auch gefreut, dass sie drinstehen. Das ist schon eine Würdigung und auch eine gewisse Selbstverpflichtung, in diesem Bereich tätig zu werden. Wir werden nun sehen, wieweit den Worten Taten folgen. Viele dieser Maßnahmen sind ja auch Sache der Länder und Kommunen (z.B. Drogenkonsumräume, Spritzenvergabe in und außerhalb von Haftanstalten). Bei anderen kann der Bund auch einiges machen.

Was ist noch zu tun?

Die Legalisierung von Cannabis könnte außerdem einen Neuanfang in der Drogenpolitik markieren: Weg von Verfolgung und Marginalsierung der Nutzer*innen, hin zu staatlich regulierter und kontrollierter Abgabe von Substanzen.

Die neue Bundesregierung darf hier nicht bei Cannabis stehen bleiben, sondern wir brauchen auch Lösungen kontrollierter Abgabe für andere Substanzen. Dafür werden wir sicherlich noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Aber ein Anfang ist gemacht.

Stimmt euch das zuversichtlich?

Ja, das stimmt uns vorsichtig zuversichtlich, was da steht - aber es ist kein Selbstläufer und auch keine Erfolgsgarantie. Wir bleiben alle gemeinsam dran!

Details über das, was wir jetzt denken und fordern, finden Interessierte in unserer Pressemitteilung zum Thema:

https://www.aidshilfe.de/meldung/brauchen-drogenpolitischen-neuanfang

...zur Antwort

Wenn die schwangere Person HIV-positiv ist und nicht behandelt wird, also keine Medikamente nimmt, kann es zu einer Übertragung bei der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen kommen. Dann können auch Kinder HIV-positiv sein.

Das ist jedoch etwas Anderes als die Krankheit Aids. HIV ist ein Virus, was das Immunsystem schwächt. Bei fortschreitendem Immundefekt, also wenn keine Behandlung erfolgt, kann das Krankheitsbild Aids auftreten.

In Deutschland spielt das aber so gut wie keine Rolle, da hier die allermeisten Menschen mit HIV in medikamentöser Behandlung sind und eine gute ärztliche Versorgung haben. Die HIV-Therapie verhindert dann die Übertragung von HIV auf das Kind. Wenn Du mehr wissen willst, schau mal hier: https://www.aidshilfe.de/kinderwunsch

International sieht es nochmal ein bisschen anders aus: Weltweit lebten Ende 2020 rund 1,7 Millionen Kinder mit HIV, 800.000 von ihnen (46 Prozent) hatten keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten und laufen Gefahr an Aids zu erkranken.

...zur Antwort

Die Frage ist sehr einfach zu beantworten: Du hattest definitiv kein Risiko, Dich mit HIV anzustecken. Der Grund ist einfach:

In Alltagssituationen ist eine Ansteckung mit HIV nicht möglich.

HIV ist ein schwer übertragbares Virus. Hauptansteckungswege sind ungeschützter Sex mit einer Person, die HIV-positiv ist - und nicht mit Medikamenten behandelt wird - oder das Teilen von Nadeln beim Drogen-Spritzen. Für Dich gibt es also keinen Grund zur Sorge – und ein HIV-Test ist deswegen auch nicht nötig.

...zur Antwort

Ja, auf jeden Fall. In vielen Metropolen wie San Francisco und New York oder London gab es schon vor Jahren starke Rückgänge durch PrEP bei den Neuinfektionen.

Allerdings ist es von Land zu Land sehr unterschiedlich. Zugleich lässt sich nicht immer klar unterscheiden, wie weit der verstärkte Einsatz von HIV-Therapien, der ja auch die Übertragung verhindert, oder die PrEP zum Rückgang von Neuinfektionen beigetragen hat.

In Deutschland gibt es PrEP als Kassenleistung seit September 2019. Im Jahr 2020 gab es einen deutlichen Rückgang von Infektionen von 2300 auf 2000. Der dürfte zum Tiel durch Corona-Kontaktbeschränkungen entstanden sein (weniger Gelegenheiten zum Sex), zum Teil aber auch durch die PrEP.

Dass PrEP Infektionen verhindert, ist dabei sicher: Es handelt sich nachweislich um eine hoch effektive Schutzmethode für Menschen mit hohem HIV-Risiko. Ohne die PrEP würden sich ganz sicher viele von ihnen im Laufe der Zeit infizieren. Nur genau beziffern kann man in Deutschland noch nicht, wie viele Infektionen pro Jahr verhindert werden.

...zur Antwort