Medizinstudium Realitätscheck?
Hellooo habe ein paar Fragen bezüglich des Medizinstudiums um einfach mal zu wissen wie es wirklich so ist damit ich besser planen kann.
1) Ist es "zu alt", mit 22 Jahren anfangen zu studieren? Wie alt sind so die meisten im Erstsemester?
2) Hat man genug Freizeit, um mal 2, 3 mal im Jahr Urlaub zu machen (ob man sich das leisten kann ist egal) oder sollte man seine freien Tage lieber fürs lernen benutzen? Und wie sehr sind die Semesterferien wirklich mit Klausuren durchstückelt, kann man da garnicht weg?
3) Muss man Fächer wie Chemie / Physik richtig beherrschen können oder reicht es, durch auswendig lernen durch die Klausuren zu kommen?
schonmal danke für Antworten:) ich möchte entweder im November 25 TMS, ab Januar 26 Ausland und ab Oktober 26 hoffentlich studieren oder eben ab September 25 Ausbildung bis 2028, um sicher ins Studium reinzukommen, dann Gap Year und dann Oktober 29 Studium, wäre aber dann halt schon 22... kann aber gut sein dass meine Vorstellungen mal wieder komplett realitätsfern sind, deshalb die Fragen 😂😂
(Abi wird wahrscheinlich 2,3-1,9; deshalb muss ich auf jeden Fall TMS schreiben, hätte auch genug Zeit den gut hinzubekommen + die Möglichkeit zu wiederholen, oder halt eben Ausbildung + TMS)
+ wie realistisch ist es, bei einem Medizinstudium ein Auslandssemester zu machen? (Englisch Level C1/C2, das wäre kein Problem) Kann mir aber vorstellen, dass das Studium dafür zu komplex ist
3 Antworten
die meisten im erst Semesters werden frisch aus der Schule kommen und so um die 17 bis 18 sein. mit 22 bist du aber auf keinen Fall zu alt und wirst auch nicht sehr stark auffallen.
die ersten Semester sind natürlich hart und sollten zum lernen gut genutzt werden. ich habe einen Bekannten der Medizin studiert hat und später hat er eine backpacking Reise durch Thailand gemacht über ein paar Monate und auch in Afrika konnte er sich eine Zeitlang absetzen. die Eltern waren aber auch wohlhabend
Was ich bis jetzt gehört habe, ist dass man sehr viel auswendig lernen muss und viele Informationen und Details auf Abfrage beherrschen muss.
Chemie und Physik sind eher Verständnisfächer. mit auswendig lernen kommt man da nicht weit. wenn man die Methode verstanden hat, ist es nur noch Wiederholung.
wie weit eine Ausbildung für dich vor dem Studium Sinn macht. musst du selbst entscheiden. Nach dem Studium wirst übrigens auch erst praktische Erfahrung machen müssen, um deine vollwertige Qualifikation als Arzt zu erhalten
Ist es "zu alt", mit 22 Jahren anfangen zu studieren? Wie alt sind so die meisten im Erstsemester?
Definitv nicht. Es gibt auch einige die direkt aus der Schule kommen und erst 18 sind, aber die meisten sind eher Anfang 20.
Hat man genug Freizeit, um mal 2, 3 mal im Jahr Urlaub zu machen (ob man sich das leisten kann ist egal) oder sollte man seine freien Tage lieber fürs lernen benutzen? Und wie sehr sind die Semesterferien wirklich mit Klausuren durchstückelt, kann man da garnicht weg?
Das ist sehr von deiner Uni abhängig, ob die Semesterferien teilweise mit Blockpraktika und Klausuren gefüllt oder komplett frei sind. Deswegen ist es auch sehr ratsam, das Pflegepraktikum vor dem Studium zu machen. Zwei bis dreimal Urlaub pro Jahr finde ich jetzt aber eher ambitioniert.
Muss man Fächer wie Chemie / Physik richtig beherrschen können oder reicht es, durch auswendig lernen durch die Klausuren zu kommen?
Auch das kommt komplett auf deine Uni an. Im Physikum sind das so wenige Fragen, dass manche Leute die beiden Fächer einfach komplett weglassen beim Lernen. Wie die Klausuren sind, kommt auf deine Uni an. In Regensburg soll Chemie z.B. abartig schwer sein, in anderen Unis reicht es die Altfragen auswendig zu lernen. Selbes gilt für Physik.
wie realistisch ist es, bei einem Medizinstudium ein Auslandssemester zu machen? (Englisch Level C1/C2, das wäre kein Problem)
Gar kein Problem, machen sehr viele. Wird inzwischen sogar erwartet.
1) Ich kenne die Altersstruktur von Medizinstudenten nicht. Aber im alltäglichen Miteinander unter Studenten sind zwei, drei Jahre Altersunterschied komplett irrelevant. Zumal man mit 22 nun wirklich nicht besonders alt ist, das ist doch keiner Erwähnung wert. Also übers Alter würde ich mir keine Gedanken machen. Übrigens auch nicht mit 30.
2) Jeder hat sein eigenes Zeitmanagement - das führt beim einen dazu, dass er die letzten freien Tage zwingend braucht um dies und das noch fristgerecht fertig zu bekommen und der andere hatte sich in den Wochen vorher schon frühmorgens und abends hingesetzt, hat das Zeug schon fertig und hat die freien Tage zur freien Verfügung. Die Verteilung der Klausuren hängt von der einzelnen Uni ab. Manchmal ists nur ein kurzer Prüfungszeitraum und dann explizit Ferien, manchmal ist zwei Monate vorlesungsfreie Zeit und irgendwann dazwischen sind die paar Klausuren verteilt. Kurzum: Muss man gucken, wie es läuft. Ggf. muss die Urlaubsplanung deutlich spontaner erfolgen.
3) Physik ist nur in sehr wenigen Aspekten relevant. Aber unser Körper ist eine biochemische Funktionseinheit, sie funktioniert mit chemischen Prozessen und medizinische Behandlungen arbeiten oft mit chemischen Prozessen. Also Chemie ist für den Mediziner definitiv nicht nur dazu da, mal eine Klausur geschrieben zu haben, sondern zum Verständnis des eigenen Fachgebiets notwendig.
4) Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg^^ Notfalls akzeptierst du halt, dass dir das Auslandssemester für dein Studium keine Leistungen einbringt, gönnst dir die Zeit im Ausland trotzdem und machst danach halt dein Studium weiter.
Echt? Du verstehst eine Redoxreaktion, wenn im Körper Ethanol zu Acetaldehyd oxidiert wird, aber nicht wenn dieselbe Reaktion nur an der Tafel und im Geiste stattfindet? ;)
Was das Nachholen von Stoff angeht: Meine Studiengänge begannen namentlich mit "Bio-" und der Oberstufenstoff in Biologie wurde natürlich als bekannt vorausgesetzt. Ich hatte Biologie allerdings in der Oberstufe abgewählt. Sprich, ich hatte den Bio-Oberstufenstoff mal eben spontan nachzuholen. Auch das ging.
Biochemie fällt mir zum Glück nicht so schwer, chemische Vorgänge im Körper etc. kann ich nachvollziehen. Habe Probleme mit Chemie an sich, also z.b. ohne Kontext irgendwelche Redoxreaktionen ausrechnen oder so. Mit der Chemie, die im Bio Lk war, hatte ich nie ein Problem, aber ich glaube das ist nur ein Bruchteil von der Chemie aus dem Studium 😂 ist es denn realistisch zu denken, ich kann vor/ im Studium Chemie Wissen nachholen? Selbst wenn ich in der ganzen Oberstufe wegen der Lücke durch Corona kein Wort verstanden hab?