Ne, ich glaub das alles ist gar kein Problem.
Problematisch ist eher, dass viele gar keine eigenen Erfahrungen mehr machen. Das Eltern ihre Kinder zu sehr in Watte einpacken und jede Niederlage immer als ganz schrecklich gesehen wird.
Es ist gut, dass wir über sowas nachdenken.
Scheitern ist etwas gutes. Immer wenn etwas nicht klappt, wissen wir, dass das der falsche Weg ist.
Je öfter ich im Leben scheitere, desto näher komme ich dem was ich mir wünsche. Denn irgendwann bin ich auf dem Gipfel und weiß wie es geht und wie es nicht geht.
Außerdem musst du mal überlegen, dass es zwar biologische Geschlechter gibt, aber auch da war schon immer klar, dass auch das nicht ein Bild ergibt.
Eine Frau oder ein Mann (mal ganz biologisch betrachtet) ist ja keine Einheit.
Jede Frau unterscheidet sich von der Anderen. Jeder Mann vom Anderen. Es gibt körperlich starke Frauen, die es durchaus körperlich mit Männern aufnehmen können. Genauso wie es körperlich schwache Männer gibt, die mit Leichtigkeit von einer Frau unterdrückt werden könnten. - Jetzt nur mal körperlich gesehen. Natürlich gibt es eine gewisse Tendenz. Diese Tendenz wurde bisher als "normal" angesehen.
Aber die Probleme, die sich ergeben wenn jemand von der Norm abweicht, die gab es doch schon immer. Nur die Grenzen waren festgelegt durch das biologische Geschlecht. Was die Ungerechtigkeit die das mit sich bringt immer gleich lies.
Jetzt gibt es noch immer Ungerechtigkeit, aber die Grenzen können neu gesteckt werden. Das wird manche Probleme natürlich verbessern und ggf. Lösen. Gleichzeitig neue schaffen.
Das ist aber auch gut so, so kommt nichts zum stillstand. Denn Stillstand bedeutet das Ende. Aber etwas das ständig im Fluss ist und neu definiert werden muss hält lebendig.
Davon abgesehen sollte jeder selbst bestimmt sein können. So auch mein Anfang. Das dies immer weniger können liegt im Mangel an Erfahrung. Man muss im Leben auch voll auf die Schnauzte fallen! Ansonsten kann man auch nicht lernen Selbstbestimmt zu sein.
Selbstbestimmung heißt ja gerade, selbst zu entscheiden. Im Prinzip ist der Satz "Wenn du keine Frau bist, hast du beim Thema Abtreibung kein Mitspracherecht aber Männer können schwanger werden?" nicht unbedingt richtig. Denn nur eine Frau, die schwanger ist sollte ein Mitspracherecht zum Thema Abtreibung haben und zwar nicht allgemein zum Thema, sondern nur zu ihrer Eigenen. Denn nur dann ist es relevant und nur dann ist sie in der Situation in der sie selbst bestimmt entscheiden kann und weiß wie es ihr geht. Somit müssen alle Voraussetzungen geschaffen werden, dass eine Frau in dieser Situation selbst bestimmt handeln und entscheiden kann. Darum geht es. Und wenn eine Schwangere sich vormals als Mann definiert hat, dann ist sie zwar per Definition ein Mann, dennoch schwanger und zählt ebenfalls zu dem Personenkreis. Es ist also egal wie man sich definiert solange die Voraussetzung Schwangerschaft erfüllt ist.
Im Prinzip hat sich eigentlich nicht viel geändert. Wichtig ist einfach, dass immer in allen Situationen Voraussetzungen geschaffen werden, dass ein Mensch eine selbstbestimmte Entscheidung treffen kann.
Und dabei ist wichtig, dass man Erfahrungen macht.
Aber auch, dass andere nicht über einen bestimmen und die Regeln für andere festlegen, auch nicht um sie zu beschützen, sondern anderen zugesteht ihre eigenen Entscheidungen für sich zu treffen.
Dafür kämpfen wir doch alle seit so vielen Jahren. Und darum ging es doch auch den Feministen bei der Frauenbewegung. Das Frauen ebenso selbst bestimmt sein können wie Männer.