Pseudowissenschaft ist eine Ideologie, die scheinbar mit den Methoden der Wissenschaft den Anschein erwecken will, als eine dem allgemeinen wissenschaftlichen Konsens gegensätzliche Alternative gelten zu können. In Wirklichkeit entbehrt eine Pseudowissenschaft jeder wissenschaftlichen Grundlage und erfüllt nicht die Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens. Eine Pseudowissenschaft ist also ganz salopp gesagt eine Märchengeschichte, der man einen scheinbar wissenschaftlichen Anstrich verpasst, damit sie als glaubhafte Alternative zur Wahrheit erscheint.
Ein Beispiel für eine Pseudowissenschaft ist der Kreationismus im modernen Gewand des sog. Intelligent Design. Unter diesem Gewand versteckt sich im Grunde genommen nichts weiter als der längst widerlegte biblische Schöpfungsmythos durch einen Gott. Kreationisten bezeichnen diesen Gott nun aber nicht mehr als Gott, weil das ja religiös klinge und bei Religionen geht es nie um Wahrheiten, sondern um Glauben. Stattdessen geben die Kreationisten ihrem Gott den wissenschaftlich angehauchten Namen "intelligenter Designer". Sie legitimieren ihre Weltanschauung einzig dadurch, dass sie die Evolutionstheorie ablehnen, getreu dem Motto: "Evolution ist falsch, also muss ich Recht haben."
Pseudowissenschaften erkennt man daran, dass sie (wie schon gesagt) die Kriterien des wissenschaftlichen Forschungsprozesses nicht erfüllen. Die Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit ist ihre Falsifizierbarkeit. Das bedeutet, eine wissenschaftliche Idee (Hypothese) muss stets so formuliert werden, dass sie prinzipiell wiederlegt werden könnte. Nur so kann ich anschließend mit den Arbeitsmitteln der Wissenschaft (empirische Beobachtung der Natur, Durchführung von Experimenten usw.) meine Hypothese testen. Hypothesen sind dabei meist nicht aus der Luft gegriffen, sondern basieren in der Regel auf dem bereits bekannten Wissen.
Ein Beispiel: Ich sehe draußen eine Katze miauen. Aus diesem mir bereits bekannten Wissen schlussfolgere ich nun, dass allgemein alle Katzen miauen können. Das ist meine Hypothese. Die Vorgehensweise aus konkreten Einzelbeobachtungen einen allgemeingültigen Schluss zu ziehen, nennt man auch Induktion (das Gegrnteil, also vom Allgemeinen auf Einzelfälle zu schließen, heißt Deduktion). Meine Hypothese muss falsifizierbar sein. Das heißt im Grunde genommen nichts anderes als dass zumindest die theoretische Möglichkeit bestehen muss, dass es irgendwo auf der Welt eine Katze gibt, die nicht miauen kann.
Und wie teste ich meine Hypothese nun? Ich kann ja schlecht alle Katzen dieser Welt beobachten und schauen, ob sie miauen. Aber ich kann eine Stichprobe nehmen, d. h. ich wähle zufällig eine bestimmte Anzahl an Katzen aus und schaue, ob sie miauen. Je mehr Katzen ich beobachte, umso sicherer kann ich mir sein, dass meine Hypothese zutrifft und im Umkehrschluss ist es umso unwahrscheinlicher, dass sie nicht zutrifft. Wenn ich jetzt z. B. 1000 Katzen überprüfe und die miauen alle, ist es sehr wahrscheinlich, dass meine Hypothese "alle Katzen miauen" zutrifft.
Wenn ich meine Hypothese teste, dann muss ich außerdem sicher sein, dass meine Beobachtungen reproduzierbar sind. Das heißt, dass irgendwo auf der Welt ein anderer Wissenschaftler haargenau dasselbe Experiment durchführt und mehr oder weniger dasselbe Ergebnis erhält.
Um bei unserem Beispiel zu bleiben: wenn etwa in China ein Forschender mein Experiment wiederholt, dann sollten in seinem Versuch ebenfalls alle Katzen miauen.
Und schließlich ist eine weitere Eigenschaft einer echten wissenschaftlichen Theorie, dass sie uns Prognosen ermöglicht nach dem Schema "Wenn xy zutrifft, dann ..."
Auch hier wieder ein Beispiel: Ich beobachte in Deutschland die miauenden Katzen und leite aus meinen Ergebnissen ab: Wenn in Deutschland alle Katzen miauen können, dann sollten auch in Simbabwe (oder Australien oder China usw.) alle Katzen miauen können.
All diese Kriterien erfüllt z. B. das Konzept des Intelligent Design nicht. Es ist nicht falsifizierbar, d. h. ich kann durch Beobachtung oder Experiment gar nicht belegen, dass ein solches intelligentes Wesen existiert oder nicht. Seine Existenz kann allein durch den Glauben daran abgeleitet werden und ich kann daran glauben, genauso gut aber auch nicht. Tja und wenn ich die Existenz nicht belegen kann, kann das folglich auch kein anderer, womit auch das Kriterium der Reproduzierbarkeit hinfällig ist.